ifo-Geschäftsklima: Paukenschlag zum Jahresauftakt

Hannover (www.aktiencheck.de) – Das ifo-Institut in München hat seinen viel beachteten Geschäftsklimaindex veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Demnach habe sich auch zum Jahresauftakt die Stimmung in der deutschen Unternehmenslandschaft spürbar verbessert. Das wohl wichtigste Stimmungsbarometer für die heimische Volkswirtschaft habe auf 104,2 Indexpunkte angezogen. Dies sei der höchste Stand seit einem halben Jahr. Der Anstieg fuße dabei in diesem Monat sowohl auf einer verbesserten Lageeinschätzung als auch auf freundlicheren Geschäftserwartungen. Die Umfrageergebnisse dürften getrost als positive Überraschung bezeichnet werden. In einer ersten Marktreaktion habe der Euro zugelegt. Die Einheitswährung notiere aktuell bei etwa 1,3430 USD.

Mit Blick auf die Lagebeurteilung könne nunmehr eine gewisse Stabilisierung festgestellt werden. Sollte sich diese Entwicklung auch in den kommenden Monaten bestätigen, wäre die konjunkturelle Trendwende eingeläutet. Die Entwicklung der Unterkomponente bestätige jedenfalls das Analystenbild, wonach sich die deutsche Wirtschaft zwar in einer Abkühlungs- aber nicht in einer Rezessionsphase befinde.

Positiv stimme zudem der neuerliche Zuwachs bei den Geschäftserwartungen, die erstmals seit dem Mai des Vorjahres wieder über die Marke von 100 Indexpunkten klettern könnten (100,5 Punkte). Der vierte Anstieg in Folge deute klar darauf hin, dass man bereits im Frühjahr eine gesamtwirtschaftliche Erholung sehen werde. Die Diskussionen um eine mögliche Rezession in Deutschland dürften somit vom Tisch sein.

Zwar werde das Statistische Bundesamt für das vierte Quartal 2012 einen Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes ausweisen müssen. Nach der Veröffentlichung des Wirtschaftswachstums für das Gesamtjahr 2012 in Höhe von 0,7% sei rechnerisch nur noch ein Minuswachstum für den Zeitraum zwischen Oktober und Dezember möglich – die Analysten würden hier einen Rückgang um -0,3% Q/Q erwarten. Danach aber sollte das Wachstumsrate wieder in positives Terrain drehen. Zudem dürfte die Wachstumsdynamik zur Jahresmitte deutlich an Fahrt gewinnen.

Die positivere Stimmung ziehe sich in diesem Monat quer durch die vom ifo-Institut berücksichtigten Branchen und Sektoren. Am stärksten ziehe die Laune im Bauhauptgewerbe an, auch wenn das Geschäftsklima in diesem Sektor mit -0,3 Indexpunkten noch unterhalb der Nulllinie verbleibe. Die – trotz niedrigem Zinsniveau – nicht ganz einfache Situation im Baugewerbe sei heute Morgen auch durch das Statistische Bundesamt bestätigt worden. Demnach hätten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im November 2012 8,3% unterhalb des Vorjahresmonats gelegen. Hier sehe man für 2013 einiges Aufholpotenzial, was durch die aktuellen ifo-Zahlen durchaus bestätigt worden sei.

Die Stimmung der deutschen Unternehmen habe sich zum Jahresbeginn deutlich aufgehellt. Der ifo-Geschäftskliamindex verbessere sich bereits den dritten Monat in Folge. Dabei fuße der Anstieg in diesem Monat sowohl auf einer stärkeren Lageeinschätzung als auch auf verbesserten Geschäftserwartungen. All dies deute auf eine Trendwende hin und nähre die Hoffnung, dass der deutschen Volkswirtschaft spätestens im Frühjahr eine konjunkturelle Erholung bevorstehe. (25.01.2013/ac/a/m)