Italien steht vor extrem schwieriger Regierungsbildung

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Nach den vorgezogenen Neuwahlen in Italien zeichnet sich ab, dass eine Regierungsbildung nicht einfach zu bewerkstelligen sein wird, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Einerseits habe das Mitte-Links-Bündnis der Sozialdemokraten von Per Luigi Bersani die Chance den Regierungschef zu stellen, da es aus den Parlamentswahlen nach Hochrechnungen zum Abgeordnetenhaus mit einem Vorsprung von nur 124.000 Wählerstimmen die relative Mehrheit erzielt habe. Da nach dem Wahlrecht hier die relative Mehrheit die absolute Mehrheit nach sich ziehe, seien die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus geklärt. Aber eine erfolgreiche Regierungsbildung setze auch eine Mehrheit im Senat voraus. Und hier sei das Berlusconi-Lager stärker als die Sozialdemokraten.

Zudem folge hier als drittstärkste Kraft die populistische Protestbewegung „Fünf Sterne“ von Beppo Grillo mit rund 25% der Stimmen, die mit keiner Partei koalieren wolle. Das Bündnis der scheidenden bisherigen Regierungschefs Monti komme nur auf rund 9 Prozent der Sitze im Senat. Bei dem politischen Patt seien auch baldige Neuwahlen eine politische Option. Der Euro, der im gestrigen Handelsverlauf temporär knapp die Marke von 1,33 USD überboten habe, sei letztlich auf rund 1,3050 USD zurückgefallen.

Am vergangen Freitag habe abends die Ratingagentur Moody’s Großbritannien die Top-Bonitätseinstufung „Aaa“ entzogen, da die britische Wirtschaft mindestens bis ins Jahr 2016 nur schwach wachsen werde und es der Regierung nicht gelingen dürfte, die Staatsverschuldung deutlich zu senken. Im Verlauf des gestrigen Handelstages habe das Britische Pfund daraufhin zum Euro Einbußen bis temporär auf über 0,88 GBP hinnehmen müssen. Mit der Verunsicherung über den Wahlausgang in Italien habe das Pfund aber wieder auf unter 0,86 GBP/EUR zulegen können. Zum Jahresende 2013 rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt zum Euro mit Notierungen im Bereich von 0,91 GBP. Auch der weitere Ausblick bleibe ihres Erachtens eingetrübt (Jahresende 2014e: 0,96 GBP). (26.02.2013/ac/a/m)