JPY: Morgen ist der Tag der Wahrheit

München (www.aktiencheck.de) – Letzten Freitag waren vor dem langen US-Wochenende (Heute Wiederamtseinführung des US-Präsidenten) Gewinnmitnahmen angesagt, so die Analysten von UniCredit Research.

Natürlich würden die Märkte für eine derartige Aktion stets einen Aufhänger brauchen. Diesmal seien es die Wachstumszahlen Chinas gewesen, die für 2012 den geringsten Anstieg seit dreizehn Jahren ausgewiesen hätten. Allerdings hätte man sich das vor Bekanntgabe der Dezember-Werte ohnehin schon ausrechnen können. Am späteren Nachmittag habe dann auch noch der Uni Michigan-Index enttäuscht, wodurch man eine weitere Enttäuschung für das globale Wachstum abgeleitet habe.

Indes sollte man dies alles nicht auf die Goldwaage legen. Die Analysten hätten am Feitag ohnehin festgestellt, dass Gewinnmitnahmen einen gesunden Kursanstieg sogar unterstützen würden. Was diese Woche interessiere, seien vor allem die Stimmungsindikatoren aus der Eurozone wie ifo-Index, INSEE-Report und die vorläufigen Einkaufsmanagerindices. Da die Analysten für alle drei Indikatoren eine leichte Verbesserung erwarten würden, könnte EUR/USD durchaus wieder in Regionen knapp unterhalb 1,34 vorstoßen. Beachtenswert sei auch das jährliche Weltwirtschaftsforum in Davos.

Morgen sei der Tag der Wahrheit für den Japanischen Yen – dann entscheide sich, was der wochenlange verbale Druck der neuen japanischen Regierung auf die BoJ zur Ausweitung deren Wertpapierankaufprogramms bewirkt habe. Wirtschaftsminister Amari sei bei der Ratssitzung anwesend. Ein Großteil der Erwartungen sei in dem aktuellen Kursniveau bereits eingepreist. Dies heiße mit anderen Worten, dass die aktuellen Erwartungen noch übertroffen werden müssten, um den JPY flächendeckend weiter zu schwächen. Ansonsten würde das Motto „Buy on rumors, sell on facts“ heißen. Sollte die BoJ gar lediglich eine moderate Ausweitung beschließen, könnte EUR/JPY sogar bis in Bereiche unterhalb 117 oder schlimmstenfalls 116 zurückfallen. (21.01.2013/ac/a/m)