JPY: Weitere Abwertung erwartet

Frankfurt (www.fondscheck.de) – Und sie läuft und läuft und läuft – die Abwertung der japanischen Währung, so die Analysten der DekaBank.

Aktuell liege EUR/JPY nicht weit entfernt von seinem dreijährigen Tief bei rund 127. Dem JPY etwas Luft verschafft hätten Äußerungen im Umfeld des G7-Treffens, dass die Finanzminister über die rapide JPY-Abwertung besorgt seien. Ansonsten sei reichlich Munition für die JPY-Schwäche aus der Politik gekommen: Die Notenbank habe dem „Drängen“ der neuen Regierung von Abe nachgegeben, ihr Inflationsziel von 1,0 auf 2,0% anzuheben.

Zudem habe der amtierende Notenbankchef Shirakawa mit seinem vorzeitigen Rückzug im März die Märkte überrascht. Damit würden schon im kommenden Monat drei Posten im Zentralbankrat neu besetzt: nicht nur die von zwei stellvertretenden Vorsitzenden, sondern auch die des Gouverneurs. Vermutlich werde Abe diese Posten mit Personen nach seinem Gusto besetzen, damit die Notenbank noch mehr expansive Maßnahmen zur Erreichung des neuen Inflationsziels ergreifen werde. Aber auch die strukturellen und konjunkturellen Aussichten für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt würden für die kommenden Monate einen in der Breite schwachen JPY erwarten lassen.

Der JPY zeige eine extrem schwache Performance. Allein seit November 2012 habe er ca. 25% an Wert verloren. 127,90/00 sei die nächste wichtige Hürde in nördliche Richtung. In diesem Euro-euphorischen Umfeld seien die überkauften technischen Indikatoren jedoch nicht zu übersehen. Insofern werde aktuell die Chance einer technischen Gegenbewegung in Richtung 123,00/120,00 favorisiert.

Für den Jahresverlauf erwarte man, dass die Abwertung des JPY weitergehe: vor allem gegenüber dem USD. Gegenüber dem Euro dürfte die Abwertung schon zu einem Großteil abgeschlossen sein. Für einen weiterhin schwachen JPY würden die Erwartungen sprechen, dass weitere expansive Schritte vonseiten der Politik kommen würden. Daneben würden die schwache konjunkturelle Entwicklung und die strukturellen Schwächen der japanischen Volkswirtschaft auf dem JPY lasten. Der JPY sollte daher mehr und mehr von seinem Status als sicherer Hafen einbüßen. Die Schwäche ihrer Währung liege im Interesse der neuen Regierung, die damit nicht zu Interventionen zulasten des JPY gezwungen sei. (14.02.2013/fc/a/m)