Konjunkturelle Perspektiven: Deutschland hui, Frankreich pfui

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – In Deutschland gab es mit der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindices einmal mehr ein handfestes Indiz dafür, dass es im Jahresverlauf zu einer konjunkturellen Belebung kommen dürfte, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Der Composite-PMI habe im Januar nämlich um 3,3 auf 53,6 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten anziehen können, was auf ein deutliches Anziehen der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsdynamik verweise. Besonders gut schlage sich dabei der Dienstleistungssektor mit 55,5 nach 52,0 Punkten und einem 19-Monatshoch. Ganz so rosig sehe es im Verarbeitenden Gewerbe noch nicht aus. Mit 48,0 Punkten habe der Stimmungsindikator im Kontraktionsbereich verharrt. Der Anstieg um 2,8 Punkte untermauere aber immerhin, dass die Talfahrt der Industrie auslaufe. Eine Wachstumsschlappe zu Jahresbeginn, und damit der Rücksetzer in die Rezession, dürfte Deutschland wohl erspart bleiben.

Die Stimmungsaufhellung in Deutschland stehe in deutlichem Kontrast zur Entwicklung in Frankreich, wo die Wirtschaftsaktivität mit 42,7 Punkten so stark ausgebremst worden sei wie seit knapp vier Jahren nicht mehr, weil sich sowohl die Situation im Servicesektor als auch in der Industrie verschlechtert habe. Die Neuauftragskomponente mache zudem wenig Mut, dass sich die Situation zeitnah bessere. Für die gesamte Eurozone habe es aber immerhin für eine Stabilisierung auf 48,2 Punkte gereicht – immerhin einem Zehn-Monatshoch, wobei die Schwäche in beiden Sektoren abzuebben scheine. An einem kleinen BIP-Quartalsminus zu Jahresbeginn dürfte in der Eurozone aber kein Weg vorbeiführen.

Der Euro habe sich nach den Daten solide gezeigt und zum USD im Bereich von rund 1,335 USD verharrt. Gerüchten, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1,20 CHF nach der Abwertungsbewegung des CHF in den vergangenen Tagen anheben könnte, habe gestern der Vizepräsident Jean-Pierre Danthine entschieden entgegengetreten. Danthine habe betont, dass die geldpolitische Maßnahme kein „Feintuning“ zulasse. Der Euro habe in diesem Umfeld wieder auf über 1,24 CHF anziehen können. (25.01.2013/ac/a/m)