Lage im EUR/USD angespannt

London (www.aktiencheck.de) – Nach einem scharfen 200 Pips Kurseinbruch in den letzten beiden Tagen kann sich der EUR/USD bei Niveaus um 1,32 USD wieder etwas fangen, so Oliver Bossmann, Analyst bei ETX Capital.

Ausgehend von dem Kurs-Top vom 1. Februar, das bei 1,3710 USD gelegen habe, habe der Euro in etwa fünf Cent verloren. Der US-Dollar könnte am Donnerstag von den FED-Minutes gestärkt worden sein, die verdeutlicht hätten, dass innerhalb des FED-Boards die Diskrepanz in Bezug auf die Effektivität und das Folgerisiko der aggressiven Bondkäufe aus Sicht mancher Board Mitglieder steige. Die Devisenmarktteilnehmer könnten die aufkeimende Diskussion innerhalb der FED als erstes Anzeichen interpretieren, das auf ein absehbares Ende der Bondkäufe hindeute. Erste Vermutungen der Experten würden einen möglichen Stopp bzw. ein Auslaufen der aggressiven Offenmarktpolitik Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres sehen. De facto habe sich jedoch nach der letzten FED-Sitzung an der aktuellen Ausrichtung und der super expansiven Geldpolitik der US-Notenbank nichts geändert.

Hinzu gekommen sei, dass der Euro durch die Einkaufsmanagerindices aus Deutschland, Frankreich und Europa belastet worden sei, die durch die Bank schlechter ausgefallen seien als erwartet. Auch die anstehenden Wahlen in Italien und die damit verbundene Unsicherheit über die nächste Regierung in einem der wichtigsten Länder der Eurozone könnten ein Grund für die anhaltende Euro-Schwäche gewesen sein. Etwas Unterstützung von fundamentaler Seite habe der Euro am Freitag vom ifo-Geschäftsklimaindex bekommen, der für Deutschland mit einer Lesung von 107,4 Punkten besser als erwartet ausgefallen sei. Die Erwartungen hätten hier bei 104,9 Punkten gelegen, nach einem Vormonatsstand des Index bei 104,2 Punkten.

Aus charttechnischer Sicht sehe der EUR/USD-Kurs angeschlagen aus und gebe den Bären einen Grund, auf einen weiteren Kursverfall des Währungspaares zu spekulieren. Mit dem Kursrutsch am Donnerstag sei eine wichtige Unterstützung im Bereich 1,3250 USD im ersten Anlauf nach unten durchbrochen worden. Als nächstes sei dann auch noch der seit Mitte letzten Jahres intakte Aufwärtstrend des EUR/USD-Kurses dynamisch unterschritten worden, dessen wichtige Trendlinie momentan bei etwa 1,32 USD verlaufe. Mittlerweile habe sich der Kurs des Währungspaares wieder etwas von den Tiefstkursen vom Donnerstag, die bei ca. 1,3150 USD gelegen hätten, erholen können.

Es scheine so, als würden die Bullen den mittelfristigen Aufwärtstrend doch nicht so einfach verloren geben. Das Chartbild des EUR/USD-Kurses bleibe aber angeschlagen, auch wenn der mittelfristige Aufwärtstrend noch nicht nachhaltig habe gebrochen werden können und damit intakt bleibe. Die Lage sei aus technischer Sicht angespannt und ein nachhaltiger Bruch des Aufwärtstrends könnte eventuell ein weiteres Abrutschen des EUR/USD initiieren. (22.02.2013/ac/a/m)