LANXESS: 2013 abhaken – Ergebniserholung ab 2014

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) weiterhin mit „kaufen“ ein.

Dass 2013 für LANXESS ein enttäuschendes Jahr sei, sollte inzwischen jedem Anleger bekannt sein. Das Segment Performance Polymers habe neben einer geringeren Nachfrage darunter gelitten, dass LANXESS niedrigere Einstandspreise (insbesondere Butadien) an die Kunden habe weitergeben müssen. Dies habe im Segment in H1/2013 für einen preisbedingten Umsatzrückgang um 13,3% oder 375 Mio. EUR gesorgt. Anlaufkosten für das Butyl-Werk in Singapur (20 Mio. EUR), Aufwendungen für die Technologiewechsel bei EPDM-Kautschuk (10 Mio. EUR), Abschreibungen auf Lagerbestände (insbesondere Butadien) in Q2 von 10 Mio. EUR (und nach Erachten der Analysten den gleichen Betrag in Q3) sowie Restrukturierungsaufwendungen in H2 (BHLe: jeweils 20 Mio. EUR in Q3 und Q4) würden das Konzernergebnis zusätzlich verhageln.

Am 12. November werde LANXESS die Geschäftszahlen für Q3/2013 veröffentlichen. Die Analysten würden ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 182 Mio. EUR (berichtet: 162 Mio. EUR) inkl. einer Belastung von 10 Mio. EUR aus der Abwertung von Lagerbeständen erwarten. Für das Gesamtjahr 2013 würden sie ein bereinigtes EBITDA von 749 Mio. EUR erwarten, das in der Mitte der Unternehmensguidance (700 bis 800 Mio. EUR) liege.

Nach Erachten der Analysten werde LANXESS die Guidance für 2013 bestätigen, sodass sie aus der Q3-Berichterstattung keine nennenswerten Impulse erwarten würden. Allerdings würden einige jüngere Entwicklungen in eine positive Richtung für LANXESS deuten:

– Michelin habe berichtet, dass die Reifenverkäufe in Nordamerika und Europa sowohl im OEM-Geschäft als auch bei Ersatzreifen gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien. Dies lasse hoffen, dass die negativen Lagereffekte bei den Kunden nachlassen würden.

– Die für LANXESS in Q2 nachteiligen Butadien-Preisunterschiede zwischen Asien und Europa hätten sich umgekehrt. Die Spotpreise in Asien würden wieder deutlich über den Kontrakt-Preisen in Europa liegen, sodass nach Erachten der Analysten kein nennenswerter Anreiz mehr für Exporte aus Asien nach Europa bestehe.

– Zudem hätten die Spotpreise in Europa bereits angezogen, sodass die Analysten bald auch mit einem Anstieg der Kontraktpreise rechnen würden. Der Preisdruck in Europa bei synthetischem Kautschuk dürfte nachlassen.

– Für Asien habe LANXESS eine Preiserhöhung bei Keltan EPDM-Kautschuk als Folge gestiegener Rohstoffkosten angekündigt. Die Analysten würden dies als Anzeichen dafür ansehen, dass die Preis-vor-Mengen-Strategie konsequent fortgesetzt werde, sobald dies das Marktumfeld erlaube.

Nach Erachten der Analysten sollte der Fokus auf die zu erwartenden Ergebnisverbesserungen in den kommenden Jahren gelegt werden.

Allein durch geringere Sonderbelastungen als in 2013 und positive Effekte aus den eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen dürfte sich das EBITDA um 100 Mio. EUR verbessern. Die Analysten würden zudem davon ausgehen, dass sich die Nachfrage seitens der Reifenindustrie dank einer Belebung des Ersatzreifengeschäfts wieder erhole und dass sich die negativen Preiseffekte umkehren würden (Weitergabe eines Anstiegs des Butadienpreises). Darüber hinaus sollte LANXESS von zusätzlichen Butyl-Kautschuk-Mengen aus Singapur und der Fokussierung auf höherwertige Spezialitäten profitieren.

Die Analysten hätten ihre Schätzungen für 2013 an die Guidance von LANXESS angepasst und das Effizienzprogramm „Advance“ (Ziel: 100 Mio. EUR jährliche Einsparungen ab 2015) berücksichtigt. Sie würden erwarten, dass sich das EBITDA 2014 gegenüber 2013 um mehr als 50% auf 1,025 Mrd. EUR erhöhe. Bereinigt um Sondereinflüsse würden die Analysten eine Verbesserung des EBITDA um 46% auf 1,095 Mrd. EUR erwarten. Für 2015 hätten sie ihre Schätzungen angehoben und würden mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,297 Mrd. EUR rechnen, sodass dann wieder das Rekord-Ergebnisniveau des Jahres 2012 erreicht werden dürfte.

LANXESS stelle für 2018 ein bereinigtes EBITDA von 1,8 Mrd. EUR in Aussicht. Die Analysten hätten für die Ermittlung ihres DCF-basierten Kursziels für 2018 ein EBITDA von 1,315 Mrd. EUR bzw. ein EBIT von 855 Mio. EUR unterstellt, was sie als konservative Annahme ansehen würden. Die Analysten hätten in keinem der kommenden Jahre ein EBITDA von 1,4 Mrd. EUR in ihren Schätzungen, das LANXESS ursprünglich für 2014 angestrebt habe. Dennoch würden sie mithilfe ihres DCF-Modells zu einem Kursziel von 59,00 EUR (zuvor: 56,00 EUR) gelangen. Dabei würden sie eine TV-EBIT-Marge von 8,1%, ein WACC von 7,2% und eine unendliche Wachstumsrate von 1,5% unterstellen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen daher ihre Kaufempfehlung für die LANXESS-Aktie. (Analyse vom 28.10.2013) (28.10.2013/ac/a/d)