LANXESS: Q1-Guidance enttäuscht

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät die Aktie von LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) weiterhin zu kaufen.

Zwar habe LANXESS bereits vor Bekanntgabe der endgültigen Zahlen 2012 vor einem schwachen Start in das neue Geschäftsjahr gewarnt, jedoch falle dieser enttäuschender aus, als die Analysten gedacht hätten.

LANXESS habe für Q1/2013 ein EBITDA vor Sondereinflüssen (EBITDApre) in Höhe von 160 bis 180 Mio. EUR nach 369 Mio. EUR in Q1/2012 in Aussicht gestellt. In LANXESS-Guidance seien Anlaufkosten in Höhe von 20 Mio. EUR für das Werk in Singapur enthalten. Die Analysten hätten bislang mit einem EBITDApre von 224 Mio. EUR gerechnet.

Die Analysten würden den Ausblick für das Auftaktquartal als enttäuschend ansehen, zumal nicht auszuschließen sei, dass die aktuelle Nachfrageschwäche in Q2/2013 anhalte. Allerdings würden die Analysten davon ausgehen, dass es sich hierbei um ein vorübergehendes Phänomen handle und sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr wieder erhole. Ihres Erachtens könnte die Nachfrageschwäche bei Butyl darauf zurückzuführen sein, dass einige Kunden im Vorfeld des Werksanlaufs in Singapur ihre Lagerbestände reduziert hätten, um sich später wieder einzudecken.

Die bereits angekündigten vorübergehenden Werksschließungen (Butyl in Belgien, EPDM in den USA) sollten Ende März beginnen und nur etwa vier Wochen andauern. Die Analysten hätten mit bis zu zwei Monaten gerechnet. LANXESS wolle diese Zeit für Wartungsarbeiten nutzen, die sonst in Q3 angefallen wären. Dies dürfte dazu beitragen, die Ergebnisauswirkungen im Jahr 2013 zu begrenzen.

Für das Gesamtjahr 2013 erwarte LANXESS einen Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen. Einen präziseren Ausblick wolle das Unternehmen bei der Vorlage der Q1-Zahlen am 8. Mai liefern.

Die mittelfristigen Ziele, wonach 2014 ein EBITDApre von 1,4 Mrd. EUR und in 2018 ein EBITDApre von 1,8 Mrd. EUR erreicht werden sollten, seien bestätigt worden.

Die Analysten hätten ihre Schätzungen angesichts der voraussichtlich schwachen ersten Jahreshälfte 2013 gesenkt und würden nun ein EBITDApre von 1,005 Mrd. EUR (vorher: 1,19 Mrd. EUR) erwarten. Allerdings seien sie davon überzeugt, dass die langfristigen Wachstumstreiber (insbesondere ein steigender Mobilitätsbedarf in den Schwellenländern) intakt seien. Sie hätten daher ihre Schätzungen für 2014 nur leicht reduziert. Ihre EBITDApre-Schätzung für 2014 (1,348 Mrd. EUR) liege unter dem Ziel von LANXESS, da die Analysten keine Beiträge aus möglichen Übernahmen berücksichtigt hätten.

Ihr DCF-basiertes Kusziel (WACC: 7,3%) senken die Analysten vom Bankhaus Lampe von 76 EUR auf 74,00 EUR und bestätigen ihre Kaufempfehlung für die LANXESS-Aktie. Auf Basis ihrer Schätzungen für 2014 werde LANXESS mit einem KGV von 7,6x bewertet. Dies entspreche einem Abschlag zur Peer-Group von mehr als 30%. Auch gemessen am EV/EBIT 2014e von 7,7x (Discount: ca. 14%) erscheine LANXESS unterbewertet. (Analyse vom 25.03.2013) (25.03.2013/ac/a/d)

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