LANXESS: Schwacher Start ins Jahr 2013

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät die Aktie von LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) weiterhin zu kaufen.

LANXESS habe überraschend einige vorläufige Eckdaten für das Schlussquartal 2012 veröffentlicht. Obwohl der Umsatz lediglich auf Vorjahresniveau gelegen habe, habe LANXESS das EBITDA vor Sondereinflüssen (adj.) um 37% steigern und die Schätzung der Analysten um 9,1% übertreffen können. Bei diesem Vorjahresvergleich sei zu berücksichtigen, dass das Q4/2011 durch Lagerabwertungen (35 Mio. EUR) belastet gewesen sei. Bereinigt um diesen Effekt sei das EBITDA (adj.) um 14,4% gestiegen. Damit habe LANXESS im Gesamtjahr 2012 eine Steigerung des EBITDApre um 7% erreicht, statt der avisierten Verbesserung am unteren Ende der Guidance-Range von 5% bis 10%. LANXESS führe diesen Erfolg auf ein striktes Kosten- sowie ein flexibles Anlagenmanagement zurück.

Laut LANXESS habe sich die schwache Nachfrage aus dem zweiten Halbjahr 2012 Anfang 2013 fortgesetzt, was saisonal unüblich sei. Als Reaktion darauf sollten die Butyl-Anlage in Zwijndrecht (Belgien) und die EPDM-Produktion in Orange (Texas, USA) vorübergehend heruntergefahren werden. Zwijndrecht stehe für etwa 50% von LANXESS‘ weltweiten Butyl-Kapazitäten. Orange betreffe etwa 20% der EPDM-Kapazitäten. Die Analysten würden diese Maßnahmen als sinnvoll ansehen. LANXESS habe in der letzten Krise gezeigt, wie man erfolgreich ein flexibles Anlagenmanagement betreiben könne. Auch würden die Analysten die Maßnahmen als Signal werten, dass an der Preis-vor-Mengen-Strategie konsequent festgehalten werde.

Unter der Annahme, dass mit „zeitweise“ eine Produktionsstilllegung von maximal zwei Monaten gemeint sei, würden die Analysten einen negativen EBITDA-Effekt von ca. 30 Mio. EUR erwarten. Ihre Schätzungen für LANXESS hätten sie reduziert, da die Nachfrageschwäche die meisten Geschäftsfelder betreffe.

LANXESS halte am mittelfristigen Ausblick fest und strebe für 2014 ein EBITDApre von 1,4 Mrd. EUR und für 2018 eines von 1,8 Mrd. EUR an. Die Analysten lägen mit ihrer Schätzung für 2014 nur leicht unter dieser Guidance. Sie seien zuversichtlich, dass die derzeitige Nachfrageschwäche vorübergehend sei, LANXESS die Kostenkontrolle fortsetze und positive Ergebniseffekte aus dem dann laufenden BTR-Werk in Singapur zum Tragen kämen. Infolge der reduzierten Schätzungen würden die Analysten ihr DCF-basiertes Kursziel leicht von 80 EUR auf 76 EUR zurücknehmen. Mit einem EV/EBITDA (2014e) von 5,5x würden sie LANXESS weiterhin als unterbewertet ansehen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die LANXESS-Aktie. (Analyse vom 11.03.2013) (11.03.2013/ac/a/d)

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