Long-Liquidationen und FED-Protokoll schicken Ölpreise auf Talfahrt

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Ölpreise fielen gestern um 2 USD je Barrel und setzen am Morgen ihre Talfahrt fort, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Brent handle bei 114,5 USD je Barrel auf einem Drei-Wochentief, WTI bei 93,5 USD je Barrel auf einem Fünf-Wochentief. Das äußerst hohe Handelsvolumen am Ölmarkt – bei WTI habe dieses gestern 70% über dem 100-Tagesdurchschnitt gelegen, bei Brent sogar mehr als doppelt so hoch – spreche dafür, dass Finanzanleger, darunter angeblich auch ein Hedgefonds, Long-Positionen liquidiert hätten. Der Abverkauf habe sich fortgesetzt, nachdem das Protokoll der letzten FED-Sitzung am Abend ein mögliches früheres Ende der Anleihekäufe angedeutet habe. Diese seien in den vergangenen Jahren ein wesentlicher Treiber für die Ölpreise gewesen.

Angesichts des Stimmungsumschwungs werde auch die Meldung negativ interpretiert, dass Saudi-Arabien seine Ölproduktion im zweiten Quartal erhöhen könnte. Der Grund hierfür liege aber in einem steigenden Bedarf Chinas, was somit keine negative Nachricht für den Ölpreis darstelle. Saudi-Arabien habe seine Ölproduktion in den vergangenen Monaten um 1 Mio. auf 9 Mio. Barrel pro Tag reduziert und dies mit einer schwächeren Nachfrage begründet. Das höhere Angebot aus Saudi-Arabien dürfte somit eher einem Preisanstieg entgegenstehen als einen Preisrückgang begründen.

Laut dem gestern veröffentlichten API-Lagerbericht habe letzte Woche zum sechsten Mal in sieben Wochen ein Aufbau der US-Rohölbestände stattgefunden. Diese seien um weitere 2,96 Mio. Barrel gestiegen und lägen auf dem höchsten Stand für diese Jahreszeit seit 1982, was zusätzlich preisbelastend auf den WTI-Preis wirke. Heute veröffentliche das US-Energieministerium seinen offiziellen Lagerbericht. (21.02.2013/ac/a/m)