MBB Industries: Deutliche Unterbewertung

Hamburg (www.aktiencheck.de) – Carsten Mainitz und Oliver Drebing, Analysten von SRH AlsterResearch, stufen die Aktie vom MBB Industries (ISIN DE000A0ETBQ4/ WKN A0ERBQ) in einer Ersteinschätzung mit „kaufen“ ein.

Die für das Gesamtjahr 2012 vorgelegten Eckdaten würden einmal mehr den Erfolgspfad bestätigen, der sich zuvor in den Zwischenberichten abgezeichnet habe. Von herausragender Bedeutung erweise sich die letztes Frühjahr getätigte Akquisition der MBB Fertigungstechnik. Mit dem vom Landmaschinenhersteller Claas übernommenen Anlagenbauer habe sich die Industrie-Holding umsatz- und ergebnisseitig in eine neue Klasse gehievt.

Schon das vorangegangene MBB-Engagement im Anlagenbau, die Reimelt-Henschel-Gruppe, habe sich als goldener Griff erwiesen; von Reimelt-Henschel habe sich MBB 2009 nur deshalb weniger als zwei Jahre nach dem Erwerb getrennt, weil eine außergewöhnlich attraktive Exit-Gelegenheit den Verkauf nahegelegt habe (Vervielfachung des eingesetzten Kapitals).

Mittelfristig sollten Umsatzsteigerungen bis zu einer Zielgröße von 300 Mio. EUR (für 2012 berichtet: 205 Mio. EUR) vorrangig aus der operativen Weiterentwicklung des aus aktuell sechs Unternehmen und Unternehmensgruppen bestehenden Portfolios erzielt werden. Abzugrenzen sei die Ausrichtung der Industrie-Holding von jedem Ansatz mit dominanter „Exit-Orientierung“. Generell ergebe sich das rationale Grundprinzip des „Buy-and-build“-Ansatzes aus der langfristig angelegten Zusammenführung von Kompetenz, Einkaufsmacht, Kundenzugang und finanzieller Reichweite, um so eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der unternehmerischen Einheiten zu ermöglichen.

Die Automotive-Branche habe hohes Gewicht innerhalb der Abnehmerstruktur von MBB. Gerade für Zulieferer der Automobilindustrie seien Kooperationen und entsprechende Anknüpfungspunkte, auch die Bereitschaft zu externem Wachstum mittlerweile Voraussetzung für die Akzeptanz beim Kunden. Stand alone sei passé, gerate hinsichtlich Skaleneffekten, weltweitem Zugriff, nicht zuletzt auch der Personalakquise ins Hintertreffen und erlaube kaum mehr wettbewerbsfähige Angebote. Limitierungen der Anpassung, sei es auch hinsichtlich eines überregional abrufbaren Services, würden immer weniger toleriert.

Ein wichtiges Ereignis in der Konzernentwicklung markiere deshalb auch das für 2013 geplante Übersetzen der Fertigungstechnik nach China. Das mit Chancen und Risiken behaftete Unterfangen, mittelständische Betriebe im Reich der Mitte zu etablieren, verlange das strategische Bekenntnis zum Einsatz finanzieller Ressourcen und zur Bindung von Managementkapazität ab.

Bei Herausrechnung der Position vereinnahmter Anzahlungen in einer Größenordnung von 10 Mio. EUR (Schätzung AlsterResearch zu MBB Fertigungstechnik) könnte MBB Industries auf liquide Mittel von 35 Mio. EUR zurückgreifen (berichtete Größe einschl. Anzahlungen: 45,2 Mio. EUR); die Nettofinanzposition insgesamt stelle sich als Liquiditätsüberschuss von 31,5 Mio. EUR dar. Schwerpunkt der diesjährigen Investitionstätigkeit werde der Ausbau des Produktionsstandortes von Hanke Tissue sein. Die Papierfabrik (Tissue-Rohware und -Produkte), über Jahre die operativ erfolgreichste Beteiligung von MBB Industries, werde die Kapazitäten damit verdoppeln.

Obwohl die Analysten in ihrem Prognosegerüst von einer weitaus flacheren Wachstumskurve ausgehen würden als es der mittelfristigen Zielsetzung von 300 Mio. EUR Umsatz entsprechen würde, würden sie eine deutliche Unterbewertung der Aktie erkennen. Aus den Multiplikatoren der Vergleichsunternehmen (Peer group) leite man aktuell eine Bewertungsspanne von 24,59 EUR (KGV-Betrachtung) bis 29,29 EUR (EV/EBIT) ab. Das Resultat der Wertermittlung per DCF-Modell (25,54 EUR) stütze diese Indikation. Man formuliere ein Kursziel von 26 EUR.

Das Anlageurteil der Ersteinschätzung der Analysten von SRH AlsterResearch für die Aktie vom MBB Industries lautet „kaufen“. (Analyse vom 28.02.2013) (28.02.2013/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.