Nemetschek: Roadshow zeigt weiteres Margenpotenzial auf

Hamburg (www.aktiencheck.de) – Alexander Drews, Analyst der Montega AG, stuft die Nemetschek-Aktie (ISIN DE0006452907/ WKN 645290) weiterhin mit dem Rating „kaufen“ ein.

Die Analysten hätten am Dienstag eine Roadshow mit dem CEO von Nemetschek durchgeführt. Die Guidance sei vom Vorstand erneut als konservativ bezeichnet worden (Umsatz: 185 bis 190 Mio. Euro; EBITDA: 42 bis 44 Mio. Euro), die interne Planung sehe höhere Ziele vor. Allerdings möchte man dem Markt nur verlässliche Ziele präsentieren. Nach Erachten der Analysten sei diese Vorgehensweise der Tatsache geschuldet, dass Frau Dreilich unmittelbar nach ihrer Ernennung zum Vorstand im Mai 2012 die Guidance ihres Vorgängers habe revidieren müssen.

Die für 2013 ausgegebenen Ziele sollten auch über 2013 hinaus Bestand haben. Das Unternehmen plane, pro Jahr mit 6 bis 9% organisch zu wachsen. Wachstumsregionen seien insbesondere Asien und Amerika. Ergebnisseitig werde eine EBITDA-Marge von 22 bis 24% in Aussicht gestellt. Zwar gehe der Vorstand davon aus, dass mittelfristig Margen von 27 bis 29% möglich seien, dieser „Überschuss“ solle jedoch in weiteres Wachstum investiert werden.

Nemetschek sei zuversichtlich, bereits im Sommer eine Übernahme außerhalb der DACH-Region zu tätigen. Diese dürfte eine Größenordnung von 10 bis 20 Mio. Euro haben und vollständig aus dem Cashflow finanziert werden. Das Target solle im Kernsegment Design angesiedelt sein und dürfte einen Umsatzbeitrag von 5 bis 10 Mio. Euro liefern (Montega Prognose). Weitere kleinere Zukäufe seien ebenfalls geplant. Darüber hinaus dürfte in Q2 auch eine größere Kooperation bekannt gegeben werden (nicht im Kernsegment Design).

China werde vom Unternehmen als ein entscheidender Markt für die weltweite Durchsetzung des openBIM Standards gesehen. Gegenwärtig prüfe das Land im Rahmen eines Fünf-Jahresplans die verpflichtende Einführung von BIM. Nemetschek sei dabei als eines der beratenden Unternehmen ausgewählt worden. Durch die Kooperation mit China Academy of Building Research (CABR) könne Nemetschek entscheidenden Einfluss auf die Ausgestaltung des chinesischen BIM Standards nehmen und so die Implementierung des offenen Standards forcieren. Das Unternehmen sehe sich hier auf einem guten Weg. Die mögliche Alternative eines closed BIM, wie es z.B. vom Wettbewerber Autodesk angeboten werde, habe laut Vorstand nur geringe Erfolgsaussichten, da in diesem Fall die Zukunft der chinesischen Bauwirtschaft von einem einzigen US-Konzern abhängen würde.

Frau Dreilich habe explizit die von ihr eingeführten Optimierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen angesprochen. Zu den Schwerpunkten der Effizienzmaßnahmen hätten u. a. eine Bereinigung der Vertriebsstrukturen (Reduzierung der Vertriebspartner, erfolgsabhängige Vergütungsstrukturen für internen und externen Vertrieb, Einführung von Monitoringinstrumenten zur Performancemessung, etc.), Optimierung der Entwicklungstätigkeit (höherer Innovationszyklus durch häufigere Softwarereleases, Flexibilisierung der Arbeitszeiten), Umstellung der Marketingaktivitäten auf das Kernthema BIM (zuvor zu wenig in den Fokus gerückt) und eine Verschlankung der Strukturen (u. a. Reduzierung ausländischer Vertriebsbüros, Personalaufbau innerhalb der einzelnen Konzerngesellschaften nur ab einem Umsatzwachstum von 10%) gezählt.

Hauptkritikpunkt vieler Investoren sei der große Einfluss des Aufsichtsrats gewesen, der in den letzten Jahren zu einer hohen Fluktuation im Vorstand geführt habe. Nach Erachten der Analysten habe Frau Dreilich jedoch überzeugend darlegen können, dass der Einfluss zwar offensichtlich höhere sei als bei anderen Unternehmen, jedoch nur sie und das Corporate Strategy Committee (Bestehend aus den CEOs der wichtigsten Konzerngesellschaften) für die operative Führung des Konzerns verantwortlich seien.

Nemetschek habe ein sehr robustes und Cashflow starkes Geschäftsmodell, das trotz der oben beschrieben Probleme EBITDA-Margen von 22 bis 24% generiere. Sollten die ergriffenen Effizienzmaßnahmen nachhaltig greifen, dürfte dies zusätzliches Umsatz- und Margenpotenzial heben. Insofern würden die Analysten ihre mittelfristigen Prognosen mit einem Umsatz CAGR 2012-2016 von 6,5% sowie einer EBITDA-Marge von 23 bis 25% (ohne Akquisitionen) als konservativ erachten.

Die Analysten der Montega AG bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Nemetschek-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 45,00 Euro. (Analyse vom 21.02.2013) (21.02.2013/ac/a/nw)

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