Ölpreise können weiter zulegen

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Ölpreise können nach den gestrigen Anstiegen am Morgen weiter zulegen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Unterstützt von einem schwachen US-Dollar, positiven Daten zum US-Immobilienmarkt und der für heute Abend erwarteten Fortführung der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank steige der Brent-Preis auf 114,50 USD je Barrel, was dem höchsten Stand seit Mitte Oktober entspreche. Der WTI-Preis habe mit knapp 98 USD je Barrel den höchsten Stand seit viereinhalb Monaten erreicht.

Preistreibend sollte auch die angespannte Lage in Nordafrika und im Nahen Osten wirken. Die Analysten hätten bereits auf die unsichere Situtation in Libyen und dem Irak hingewiesen. Ein weiterer Krisenherd sei Ägypten, wo es seit dem Wochenende zu starken Protesten mit mehreren Toten und zur Ausrufung des Ausnahmezustands gekommen sei. Der Chef des ägyptischen Militärs und Verteidigungsminister des Landes habe inzwischen sogar davor gewarnt, dass der politische Konflikt zu einem Kollaps des Staates führen könnte.

Zudem solle der Verteidigung des Suezkanals oberste Priorität eingeräumt werden. Durch den Suezkanal und die benachbarte SUMED-Pipeline würden täglich gut 2 Mio. Barrel Rohöl vom Roten Meer zum Mittelmeer transportiert. Daneben könne die Lage in Ägypten auf die gesamte Region ausstrahlen, welche bereits durch den Bürgerkrieg in Syrien und die jüngsten Ereignisse in Nordafrika destabilisiert sei.

Den gestrigen API-Daten zufolge seien die US-Rohölbestände letzte Woche unerwartet deutlich um 4,2 Mio. Barrel gestiegen. Die Rohölvorräte in Cushing seien dagegen um 15 Tsd. Barrel zurückgegangen. Der offizielle Lagerbericht des US-Energieministeriums werde heute Nachmittag veröffentlicht. (30.01.2013/ac/a/m)