Ölpreise ziehen an

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der Ölpreise ziehen an: Brent-Öl verteuert sich von seinem Tief am gestrigen Morgen um knapp 2 USD und kostet am Morgen gut 111 USD je Barrel, der WTI-Preis erreichte gestern Abend mit 96 USD je Barrel den höchsten Stand seit vier Monaten, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Auftrieb gebe zum einen das blutige Ende der Geiselnahme in Algerien, wodurch die Angebotsrisiken wieder stärker in den Fokus rücken würden. Zum anderen würden die positiven Konjunkturdaten aus den USA und China unterstützen. Die Ölnachfrage im zweitwichtigsten Verbrauchsland China sei im Dezember auf ein neues Rekordniveau gestiegen.

Chinas kräftige Nachfrage sei auch ausschlaggebend dafür, dass die Internationale Energieagentur IEA ihre Schätzung für die weltweite Nachfrage im Vorjahr auf 89,8 Mio. Barrel pro Tag angehoben habe. Auch wenn die IEA mit einem Nachfrageanstieg von gut 0,9 Mio. Barrel pro Tag die Wachstumsprognose für dieses Jahr nur leicht anhebe, erhöhe sich aufgrund der höheren Basis die Nachfrageprognose auf 90,8 Mio. Barrel pro Tag, immerhin 240 Tsd. Barrel mehr als noch im Dezember erwartet. Damit steige auch der Bedarf an OPEC-Öl auf 30 Mio. Barrel pro Tag.

Aktuell würde das Ölkartell, das auch nach Einschätzung der IEA im Dezember seine Produktion mit 30,65 Mio. Barrel pro Tag auf das niedrigste Niveau des Jahres zurückgeschraubt habe, nur noch leicht über Bedarf produzieren. Die Bilanz am Ölmarkt sei somit weniger entspannt als von vielen Beobachtern zuletzt erwartet, zumal im Jahresverlauf mit weiteren Aufwärtsrevisionen der Nachfrageschätzungen zu rechnen sei. (18.01.2013/ac/a/m)