OPEC-Generalsekretär sieht auch 2013 einen reichlich versorgten Ölmarkt

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der Brent-Ölpreis kann am Morgen auf 113,70 USD je Barrel steigen und nähert sich damit dem Ende vergangener Woche verzeichneten Dreimonatshoch, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Der WTI-Preis habe mit knapp 97 USD je Barrel den höchsten Stand seit September letzten Jahres erreicht, nachdem eine Raffinerie an der US-Ostküste geschlossen werden solle, was zu einem deutlichen Anstieg der US-Benzinpreise geführt habe. Die Ölpreise würden weiterhin von der Aufhellung der Marktstimmung profitieren. Im Vergleich zu den Aktienmärkten, welche auf mehrjährigen Höchstständen notieren würden, hätten sich die Ölpreise zuletzt allerdings unterdurchschnittlich entwickelt. Von daher bestehe Nachholpotenzial.

Laut OPEC-Generalsekretär el-Badri bleibe der Ölmarkt 2013 reichlich versorgt. Die OPEC werde el-Badri zufolge ihr Angebot nicht reduzieren, um so das erwartete Nachfragewachstum zu befriedigen. Dieses dürfte nach Erachten der Analysten im Jahresverlauf zu einer Einengung der Marktbilanz führen, zumal es auch weiterhin beträchtliche Risiken auf der Angebotsseite gebe.

Die blutige Geiselnahme auf einem Gasfeld in Algerien habe den britischen Ölkonzern BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) dazu veranlasst, seine Pläne für die Wiederaufnahme von Ölbohrungen in Libyen auf den Prüfstand zu stellen. Die Ölproduktion in Libyen sei zuletzt auf 1,1 Mio. Barrel pro Tag gefallen. Die Pläne Libyens, die Ölproduktion innerhalb der kommenden zwei Jahre auf 2 Mio. Barrel pro Tag zu steigern, dürften zu optimistisch sein.

Zudem drohe der Streit zwischen der nordirakischen Provinz Kurdistan und der Zentralregierung in Bagdad zu eskalieren, nachdem die kurdische Provinzregierung eigenmächtig Förderrechte an die US-Ölkonzerne Chevron (ISIN US1667641005/ WKN 852552) und Exxon Mobil (ISIN US30231G1022/ WKN 852549) vergeben habe. Bagdad habe inzwischen Exxon Mobil ein Ultimatum gestellt, sich zwischen der Ölförderung in Kurdistan oder im Süden des Landes zu entscheiden. In Kurdistan würden ca. 300 Tsd. Barrel Rohöl pro Tag gefördert, was ca. 10% der irakischen Ölproduktion entspreche. (29.01.2013/ac/a/m)