Platin und Palladium: Landenteignung in Simbabwe führt zu steigenden Preisen

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Platin und Palladium waren gestern nicht nur unter den Edelmetallen, sondern unter den Rohstoffen insgesamt die größten Gewinner, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Beide hauptsächlich in der Industrie verwendeten Edelmetalle hätten um rund 1,7% zugelegt. Der Aufwärtstrend setze sich heute Morgen fort und Palladium steige auf knapp 775 USD je Feinunze, was dem höchsten Stand seit Anfang September 2011 entspreche. Platin verteuere sich zwischenzeitlich auf fast 1.730 USD je Feinunze. Im Zuge dessen habe sich die Preisdifferenz zwischen Platin und Gold zeitweise auf knapp 80 USD je Feinunze ausgeweitet, dem höchsten Wert seit mehr als 1,5 Jahren.

Ausgelöst worden seien die gestrigen Preisanstiege durch Meldungen aus Simbabwe. Demnach habe die Regierung mit sofortiger Wirkung dem größten Platinproduzenten des Landes, Zimplats Holdings Ltd. (ISIN GB0061284906/ WKN 916897), Land enteignet. Zudem solle zukünftig das aus dem Bergbau gewonnene Platin und Palladium im Land selbst verarbeitet werden, was den Bau von Raffinerien erfordere – eine sehr zeitaufwändige Angelegenheit. Diese Maßnahmen dürften zu Produktionsausfällen führen und könnten das Angebotsdefizit von Platin auf dem Weltmarkt noch vergrößern.

Simbabwe sei gemäß Johnson Matthey im letzten Jahr das einzige Land gewesen, das die Platin- und Palladiumproduktion ausgeweitet habe. Es habe für gut 6% der globalen Platin- und mehr als 4% der globalen Palladiumproduktion gestanden. Nach Südafrika besitze Simbabwe ferner die weltweit zweitgrößten bekannten Reserven von Platin. Die Analysten würden für Platin und Palladium weiteres Aufwärtspotenzial sehen. (13.02.2013/ac/a/m)