Politische Unsicherheit drückt auf den Euro

München (www.aktiencheck.de) – Die Märkte durchlebten gestern ein wahres Wechselbad, so die Analysten von UniCredit Research.

Hätten sie auf die ersten Prognosen der Stimmverteilung für das italienische Unterhaus noch mit Erleichterung reagiert, so habe sich das Blatt sehr schnell gedreht, als die voraussichtliche Zusammensetzung der zweiten Kammer, des Senats, bekannt geworden sei. Die daraus abzuleitende Pattsituation in den Machtverhältnissen habe nicht nur an den Devisenmärkten einen rasanten Stimmungsumschwung ins Negative bewirkt. Die Aktien hätten nachgegeben, die Bundrenditen ebenfalls und der BTP-Bund-Spread habe sich kräftig ausgeweitet.

EUR/USD sei am Abend des europäischen Handels von ursprünglich rund 1,33 bis unterhalb 1,31 gesackt. Politische Unsicherheit mögen die Devisenmärkte am allerwenigsten, so die Analysten von UniCredit Research. Daher dürfte EUR/USD auch heute schwach bleiben. Die italienische Hängepartie könnte das Währungspaar sogar noch weiter nach unten ziehen. Einzig Ben Bernanke wäre dann noch im Stande, dem Währungspaar mit nicht allzu optimistischen US-Konjunkturperspektiven eine Bodenbildung zu verschaffen, da mit einer eher skeptischen Grundhaltung die Chancen auf eine Fortsetzung der FED-Wertpapierkäufe erhalten geblieben seien.

Politische Unsicherheiten würden bei den Devisenmärkten in der Weise auf die Stimmung schlagen, dass sie vermeintlich risikobehaftete Positionierungen scheuen würden. Daher habe auch der JPY vom Gesamtergebnis der italienischen Wahlen profitieren können. Bestenfalls sehe man EUR/JPY heute auf einem Niveau um 120.

Der nie so ganz verlassene sichere Hafen Franken habe gestern schlagartig wieder deutlichen Zuspruch erhalten. Sollte die italienische Hängepartie eventuell sogar Ansätze einer neuen globalen Risikoaversion verursachen, könnte EUR/CHF erneut sehr schnell auf ein 1,20er Niveau zurückfallen. (26.02.2013/ac/a/m)