Rohöl: Seaway-Pipeline muss Durchleitungskapazität vorübergehend auf 175.000 Barrel pro Tag drosseln

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Der Brentölpreis kann begünstigt durch positive Konjunkturdaten aus China auf 113 USD je Barrel steigen und handelt damit nur knapp unter dem vor zwei Wochen verzeichneten Drei-Monatshoch, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Dagegen sei der WTI-Preis über Nacht zeitweise auf 95 USD je Barrel gefallen. Der Stellungnahme des Betreibers der Seaway-Pipline zufolge hätten die Lieferungen nur wenige Tage nach der Erweiterung der Durchleitungskapazität aufgrund technischer Probleme wieder auf 175.000 Barrel pro Tag gedrosselt werden müssen. Somit könne zunächst deutlich weniger Rohöl vom Lagerort in Cushing an die US-Golfküste abfließen. Die gestern vom API veröffentlichten Lagerdaten hätten daher keinen Auftrieb geben können, auch wenn die Ölvorräte in Cushing in der vergangenen Woche um 463.000 Barrel zurückgegangen seien. Noch sei nicht klar, wie lange es dauern werde, bis die normale Durchleitungskapazität von 400.000 Barrel pro Tag wieder genutzt werden könne. Bestehe das Problem länger, sei mit einer Ausweitung der Preisdifferenz zwischen Brent und WTI zu rechnen.

Das US-Energieministerium veröffentliche die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Ähnlich wie beim API sei aufgrund einer niedrigeren Raffinerieauslastung mit einem Anstieg der gesamten Rohölbestände zu rechnen, während die Vorräte in Cushing sinken dürften. Ebenfalls heute Nachmittag würden die Lagerbestände für Erdgas veröffentlicht. Die niedrigen Temperaturen im Nordosten der USA könnten erneut zu einem überdurchschnittlichen Lagerabbau geführt haben. In der kommenden Woche seien allerdings mildere Temperaturen vorhergesagt, was den Preis belasten könnte. (24.01.2013/ac/a/m)