Rohstoffmärkte derzeit wieder eher politisch getrieben

Hannover (www.aktiencheck.de) – Die Rohstoffmärkte sind derzeit wieder eher politisch getrieben, so die Analysten der Nord LB.

Zu nennen seien auch in diesem Zusammenhang die Zentralbanksitzung der Bank of Japan, die Nachbesetzung des Euro-Gruppe-Chefs, die Schuldenobergrenze in den Vereinigten Staaten sowie auch eventuelle Zypern-Hilfe. Der Goldpreis zeige sich relativ unbeeindruckt und verharre in Lauerstellung knapp unterhalb der 1.700-USD-Marke. Dies seien immerhin bereits rund 60 USD mehr als gegenüber dem bisherigen Jahrestief. In Euro ausgedrückt koste die Feinunze aktuell knapp 1.270 EUR. In beiden Währungen erwarte man auf Sicht von drei bis sechs Monaten solide Zuwächse, u.a. getrieben durch o. g. politische Faktoren und damit zusätzliche Unwägbarkeiten.

Ähnlich verhalte sich dies beim Ölpreis, wobei dort ursächlich doch eher Makrovariablen wie Chinas Rohstoffnachfrage im Fokus stünden. Am Wochenende sei es zudem zu einem Update der JODI-Datenbank gekommen. Die „Joint Organisations Data Initiative“ sammle Daten der Mitgliedsstaaten und stelle diese transparent und kostenfrei im Internet zur Verfügung. Die Daten stünden größtenteils bis November zur Verfügung und würden Aufschluss darüber geben, dass Saudi-Arabien vor einem Jahr 10,05 Mio. Barrel am Tag (bpd) produziert habe, die Förderung aktuell aber sukzessive auf 9,5 Mio. bpd zurückgegangen sei.

Während die USA Mitte 2011 noch bei „nur“ 5,6 Mio. bpd gelegen hätten, hätten sie unlängst fast 6,8 Mio. bpd vermeldet. Auch China fördere mehr, so dass der entstehende Mehrbedarf im Konjunkturaufschwung durchaus bedient werden könne und ein eventuelles Überangebot nicht auf die Preise drücke. Immerhin handle es sich bei drei der größten fünf Ölfördernationen um Nicht-OPEC-Staaten, die daher an keine Quoten gebunden seien. Mit 113 USD pro Barrel liege Brent zum Wochenauftakt sowohl in der Range der Analystenprognosen als auch auf ihrem erwarteten Jahresdurchschnitt. Die US-Sorte WTI nähere sich der 100-USD-Marke an, der Spread der beiden Sorten verharre bei rund 17 USD. Einstellige Werte erwarte man zum Jahresende. (21.01.2013/ac/a/m)