RWE: Energieversorger muss für 2012 bis 2014 weitere Investitionen zum Kapazitätsumbau leisten

Essen (www.aktiencheck.de) – Steffen Manske, Analyst der National-Bank AG, rät die RWE-Aktie (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) weiterhin zu halten.

Der Wettbewerber E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) habe mit seinem Ausblick 2013 jüngst auf ein schwieriges Marktumfeld verwiesen. Dies würden die Analysten zum Anlass für eine Neueinschätzung der RWE-Aktie nehmen. Ein Zitat des RWE-Vorstandsvorsitzenden Terium zum Halbjahr 2012 sei ihres Erachtens für die Branche kennzeichnend: „…Zunehmende Staatseingriffe in den Energiesektor, rückläufige Kraftwerksmargen, immer stärkerer Wettbewerb im Strom- und Gasvertrieb…“

Ein Großteil der Geschäftsprobleme der Versorger sei auf veränderte Rahmenbedingungen (Atomenergieausstieg, Förderung Erneuerbarer Energien) zurückzuführen. So müsse RWE für die Jahre 2012 bis 2014 weitere Investitionen zum Kapazitätsumbau von insgesamt 16 Mrd. EUR leisten. Ein Großteil der neuen Erzeugerkapazitäten entstehe mit Gaskraftwerken dort, wo E.ON aktuell unrentable Bedingungen erkenne. Erst ab 2015 solle der operative Cashflow die notwendigen Investitionen und Ausschüttungen wieder übertreffen. RWE besitze mit 34,2 Mrd. EUR eine hohe Nettoverschuldung, die dem 4,0-fachen des 2011er EBITDA entspreche.

Aktuell scheine das bisherige Ziel eines Desinvestitionsprogramms zum Schuldenabbau von 7 Mrd. EUR bis Ende 2013 (Ende 2012: 1,8 Mrd. EUR) schwer erreichbar. Entsprechend seien neben dem Effizienzsteigerungsprogramm bis 2014 mit Kosteneinsparungen von 1 Mrd. EUR u. E. auch aktionärsunfreundliche Maßnahmen (Dividendenkürzung, Kapitalerhöhung) nicht auszuschließen. Ein positiver Faktor seien die laut Vorstandsaussagen wohl bald abgeschlossenen Neuverhandlungen der Gaslieferverträge mit Gazprom. Insgesamt würden die Analysten ein erhöhtes Risiko für weiter sinkende Prognosen (Gewinnerwartung/ Aktie für GJ 2014 seit Nov 2012: -11%) und somit noch keinen Grund für ein positives Votum erkennen. Das Kursziel würden sie im Vorfeld des Berichts 2012 (05.03.13) von 36 EUR auf 30 EUR reduzieren.

Die Analysten der National-Bank AG empfehlen die RWE-Aktie nach wie vor zu halten. (Analyse vom 06.02.2013) (06.02.2013/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.