Schwache Kakaoverarbeitungszahlen in Europa können Kakaopreis nicht mehr belasten

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Kakaoverarbeitung in Europa erholt sich nur schleppend, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Laut Europäischer Kakaovereinigung habe die Verarbeitung im vierten Quartal bei lediglich 328 Tsd. Tonnen gelegen. Das seien 6,2% weniger als im Vorjahr gewesen und der niedrigste Wert für ein viertes Quartal seit dem Jahr 2005. Im gesamten Jahr 2012 seien von den europäischen Unternehmen 1,29 Mio. Tonnen Kakao verarbeitet worden. Dies stelle ebenfalls das niedrigste Niveau seit sieben Jahren dar. Allerdings habe sich der Rückgang zum Jahresende hin spürbar abgeschwächt. Im zweiten und dritten Quartal hätten die Vermahlungszahlen noch 18% bzw. 16% unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Für das Jahr 2013 sei von einer weiteren Verbesserung auszugehen. Angesichts schwacher Verarbeitungsmargen hätten die Schokoladenproduzenten in den vergangenen Monaten verstärkt auf ihre Lagerbestände zurückgegriffen. Diese müssten nun wieder aufgestockt werden. So erkläre sich auch, warum der Kakaopreis auf die jüngsten Vermahlungszahlen nicht mehr negativ reagiert habe.

Heute würden die entsprechenden Zahlen für Nordamerika veröffentlicht. Diese dürften besser ausfallen als in Europa, wo die Nachfrage zusätzlich durch die Wirtschaftskrise belastet worden sei. Zudem würden die Produzentenländer bei der Verarbeitung an Bedeutung gewinnen. So sei die Kakaoverarbeitung in Brasilien im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau von 245 Tsd. Tonnen gestiegen. Die Fokussierung auf die traditionellen Verbrauchsländer sei daher irreführend. (17.01.2013/ac/a/m)