Schweizer Electronic: Zahlen 2012 in-line mit Guidance dank Automobilgeschäft

Hamburg (www.aktiencheck.de) – Hendrik Emrich, Analyst der Montega AG, stuft die Schweizer Electronic-Aktie (ISIN DE0005156236/ WKN 515623) von „kaufen“ auf „halten“ zurück.

Schweizer Electronic habe gestern vorläufige Zahlen für FY 2012 veröffentlicht, die sowohl beim Umsatz von 100,2 Mio. Euro (Montega-Prognose: 99,0 Mio. Euro, -5% yoy) als auch beim EBIT von 5,2 Mio. Euro (Montega: 5,5 Mio. Euro, -37% yoy) im Rahmen der Analysten-Erwartungen ausgefallen seien. Als Gründe für den starken Rückgang des EBIT seien hohe Investitionen in neue Geschäftsfelder (Energy, Solar) sowie die resultierende höhere Komplexität der produzierten Leiterplatten genannt worden. Letztere habe in GJ 2012 zu höheren Kosten im Material- Produktions- und Qualitätssicherungsbereich geführt.

Insofern sei die ergebnisseitig schwache Entwicklung im saisonal ohnehin schwächeren Abschlussquartal erklärbar. In Q4 2012 habe Schweizer Electronic bei einem Umsatz von 22,7 Mio. Euro lediglich ein EBIT von 0,2 Mio. Euro generieren können, was jedoch noch über dem Nullergebnis aus Q4 2011 gelegen habe.

In der Ad hoc-Mitteilung habe Schweizer Electronic zudem auf die signifikante Wertberichtigung in Höhe von 2,8 Mio. Euro der Meiko (ISIN JP3915350007/ WKN 591239)-Beteiligung hingewiesen, die das Finanzergebnis in 2012 erheblich belastet habe und ursächlich für den starken Rückgang des Nettoergebnisses von 6,5 Mio. Euro in 2011 auf 0,7 Mio. gewesen sei. Schweizer Electronic sei 2010 eine Überkreuzbeteiligung mit dem asiatischen Leiterplattenproduzenten Meiko eingegangen, wobei Schweizer Electronic rund 1,6% der Meiko-Aktien halte und Meiko ca. 4,8% des Aktienkapitals von Schweizer Electronic. Seit 2010 habe sich die Aktie von Meiko fast gedrittelt, Schweizer Electronic sei damals zu Kursen um die 15 Euro eingestiegen.

Aktuell notiere die Meiko-Aktie bei ca. 5,30 Euro, was obige Wertberichtigung erkläre. Die Tatsache, dass die Beteiligung nicht bereits 2011 wertberichtigt worden sei, liege darin begründet, dass die Wirtschaftsprüfer aufgrund der Fukushima-Katastrophe vorletztes Jahr noch von einer „vorübergehenden Wertminderung“ ausgegangen seien, was sich 2012 dann als falsche Einschätzung erwiesen habe. Es sei jedoch darauf hinzuweisen, dass die Wertminderung nicht cash-wirksam sei, sondern lediglich auf Buchwerten basiere.

Auf Basis der gestrigen Mitteilung hätten die Analysten ihre EBIT-Schätzungen für die Folgejahre um rund 7% reduziert und würden nun mittelfristig eine Marge unter 6% prognostizieren. Nach Aussage des CFOs sei für das Kerngeschäft der „alten Schweizer Electronic“ zwar eine EBIT-Marge von 6% „kein Problem“, allerdings würden Investitionen in neue Geschäftsfelder auch die nächsten Jahre stärker belasten als bislang geplant. Damit reduziere sich auch das DCF-basierte Kursziel von 17,00 Euro auf 16,40 Euro.

Aufgrund der positiven Aktienkursperformance in den letzten Wochen stufen die Analysten der Montega AG die Schweizer Electronic-Aktie von „kaufen“ auf „halten“ herunter. (Analyse vom 05.02.2013) (05.02.2013/ac/a/nw)

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