Schwellenländer rücken zunehmend in Fokus

Stuttgart (www.aktiencheck.de) – Die Liquiditätsflut durch die Zentralbanken sowie damit einhergehenden Hoffnungen auf das Ausbleiben einer deutlichen Wachstumsverlangsamung haben den Aktienkursen in den vergangenen Monaten trotz Ängsten um Spanien geholfen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Allerdings würden die ungelösten, gewaltigen Probleme im Euroraum und die selektiven Rückgänge der Unternehmensergebnisse Risiken bleiben. Die von Analysten berechneten Gewinnschätzungen würden angesichts der Wachstumsschwäche in den Industrieländern oftmals von zu hohen Unternehmenserträgen ausgehen. Andererseits seien Aktienanlagen bei den extrem tiefen Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt zu bewertungstechnisch sehr attraktiven Anlagen geworden. Außerdem mache der zunehmende Anlagenotstand gerade die Dividendenrenditen vieler Aktien außerordentlich attraktiv.

Diese unter Diversifikationsüberlegungen bei vielen langfristig orientierten Anlegern stattfindende Hinwendung zu Aktien werde phasenweise immer wieder durch das unsichere konjunkturelle Umfeld unterbrochen und führt dann zu vorübergehenden Kurseinbrüchen. „In solche Schwächeanfälle hinein sollte gekauft werden“, habe Helmut Kurz vom Bankhaus Ellwanger & Geiger gesagt. „Nach den jüngsten Kursanstiegen an den Kapitalmärkten ist die Anlegerstimmung zu optimistisch beziehungsweise unvorsichtig geworden.“

Angesichts der noch negativen Stimmung gegenüber den europäischen Problemländern würden sich auf dem niedrigen Kursniveau immer wieder Chancen ergeben, die es unter taktischen Gesichtspunkten zu nutzen gelte. Umgekehrt werde die ausgeprägte Abhängigkeit vieler deutscher Unternehmen vom Export durch die Schwäche ihrer Zielmärkte in Europa gefährlich für deren Ertragslage. Die Schwächen in der Autoindustrie seien hier ein Vorbote für diese generellen Risiken. „Auch eine zunehmende Steuerbelastung wie sie sich nach den Wahlen 2013 wahrscheinlich abzeichnet, dürfte den Trend, deutsche Aktien in Europa zu favorisieren früher oder später gefährden“, habe Kurz gesagt.

Aufgrund der ungelösten Verschuldungsproblematik und der zunehmenden Staatseingriffe in den Industrieländern sollten Investoren wie bei anderen Vemögensklassen auch bei Aktien, Anlagen in Schwellenländern viel höher als früher gewichten. „Die extrem lockere Geldpolitik in den Industrieländern spült sehr viel Liquidität in diese Länder, welche auch aus demographischen Gründen präferiert werden sollten“, erkläre Kurz. „Die Bewertungen sind ebenfalls attraktiv.“ (24.01.2013/ac/a/m)