Siemens-Aktie gibt nach – Massiver Stellenabbau lässt Anleger kalt

Westerburg (www.aktiencheck.de) – Die Siemens-Aktie (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) notiert im Vormittagshandel 0,9% schwächer bei exakt 89 Euro (Stand: 11:32 Uhr).

Der Technologiekonzern Siemens macht beim Thema Sparen nun erst. Es sollen insgesamt 15.000 Stellen abgebaut werden, ein Drittel davon in Deutschland. Man wolle betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und den ganzen Prozeß so gut wes nur geht, sozial verträglich zu gestalten. Viele von den betroffenen Siemens-Mitarbeitnehmern hätten ja auch noch die Aussicht auf Neueinstellung in einem anderen Bereich, so ein Unternehmenssprecher des Konzerns.

Hans-Joachim Heimbürger vom Analysehaus Kepler Cheuvreux hat nach Details zum Stellenabbau sein „buy“-Rating für die Siemens-Aktie mit einem Kursziel von 100 Euro bestätigt. Der Elektrokonzern verringere beim operativen Gewinn pro Mitarbeiter den Abstand zu den Wettbewerbern ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) und Schneider (ISIN FR0000121972/ WKN 860180), so der Analyst. Der wahrscheinliche Grund für das bisher ungünstigere Verhältnis bei Siemens sei die deutlich geringere Mitarbeiterzahl in den Emerging Markets. Heimbürger rechne damit, dass 2013 beim Gewinn die Talsohle erreicht werde.

Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel hat seine „add“-Einschätzung mit einem Kursziel von 84 Euro bekräftigt. Die durch den Stellenabbau angepeilten Kostensenkungen seien bereits in den Marktschätzungen und in seinen Prognosen enthalten, so Schachel. Insofern seien die von Siemens nun genannten Details zwar interessant, an den Schätzungen dürften sie allerdings nicht viel ändern.

Der Stellenabbau ist ein Teil des Sparprogramms „Siemens 2014“, mit dem die Münchener seine Kosten um ursprünglich 6 Mrd. Euro senken wollten. Der neue Vorstandschef Joe Kaeser beginnt nun damit, dieses Projekt mit konkreten Schritten voranzutreiben. In dem morgen endenden Geschäftsjahr wären damit die Einsparziele im Stellenbereich bereits zur Hälfte umgesetzt worden, so der Siemens-Sprecher. Die Gesamtzahl der Stellen sei dennoch praktisch unverändert geblieben. Am Ende GJ 2012/13 hatte der Konzern rund 319.00 Mitarbeiter, davon 119.00 in Deutschland. Und es gebe sogar Bereiche, in denen man wachse, hieß es weiter. Wie sich das Sparprogramm auf das neue Geschäftsjahr auswirken werde, könne Siemens noch nicht sagen. Von Sparmaßnahmen seien aber alle Konzern-Bereiche betroffen. (30.09.2013/ac/a/d)