Spekulative Finanzinvestoren und ETF-Anleger ziehen sich aus Gold zurück

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Gold ist am Freitag zum ersten Mal seit sechs Monaten kurzzeitig wieder unter die Marke von 1.600 USD je Feinunze gefallen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

In Euro gerechnet sei das gelbe Edelmetall vorübergehend unter die Marke von 1.200 EUR je Feinunze gefallen, den tiefsten Stand seit Ende Dezember 2011. Der jüngste Preisrückgang sei mit nennenswerten Abflüssen aus den Gold-ETFs einhergegangen. Am Freitag seien es sieben Tonnen gewesen, seit Jahresbeginn würden sich die Abflüsse auf knapp 30 Tonnen summieren. Im vierten Quartal hätten die Gold-ETFs allerdings Zuflüsse von fast 87 Tonnen verzeichnet. Die Abflüsse in den letzten Wochen könnten daher nach Erachten der Analysten den jüngsten Goldpreisrückgang nur teilweise erklären.

Zu einem Großteil dürfte dieser durch Anleger am Futures-Markt bedingt worden sein. Denn die spekulativen Finanzinvestoren hätten in der Woche zum 12. Februar ihre Netto-Long-Positionen um 15% auf 66,6 Tsd. Kontrakte reduziert. Dies entspreche dem niedrigsten Niveau seit sieben Monaten. Da sich der Preisrückgang nach dem Datenstichtag fortgesetzt bzw. beschleunigt habe, dürften die Netto-Long-Positionen seitdem weiter abgebaut worden sein. Damit sollte der Gegenwind für den Goldpreis von dieser Seite her allmählich nachlassen.

Auch die anderen Edelmetalle hätten sich dem Abwärtssog von Gold nicht entziehen können. Silber sei vorübergehend unter die Marke von 30 USD je Feinunze gerutscht. Allerdings scheinen bei den industriellen Edelmetallen die Preisrückgänge als Kaufgelegenheiten erachtet zu werden, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets. So sei es hier zu ETF-Zuflüssen gekommen und bei Platin und Palladium lägen die spekulativen Netto-Long-Positionen auf Rekordniveaus. (18.02.2013/ac/a/m)