Stabile Rohstoffpreise durch knappes Angebot

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Aussichten auf einen nur schleppenden Verlauf der Weltwirtschaft in 2013 und damit einer verhaltenen Nachfrage nach Rohstoffen hätten eigentlich die Rohstoffpreise stärker belasten können, so Dr. Eberhardt Unger von „fairesearch“.

Doch die Preisindices seien insgesamt schon seit eineinhalb Jahren stabil in einer Seitwärtsbewegung. Von der Angebots-/Nachfragerelation her gesehen erhalte das Preisniveau eine Stütze durch das vielfach knappe Angebot.

Den größten Bedarf an Rohstoffen und damit stärkster Nachfrager auf den Weltmärkten bleibe China mit einem erwarteten BIP-Wachstum in 2013 von 7 bis 8%. Schätzungen zufolge entfalle fast die Hälfte der gesamten Nachfrage nach Rohstoffen auf die Volksrepublik, der inzwischen zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Der Bedarf von Chinas Industrie stütze die Märkte.

Größtes Fragezeichen zur Preisstabilität sei hinter die Energiepreise zu setzen. US-Analysten würden sich sehr optimistisch zeigen, dass durch das neue Verfahren des Fracking das Angebot in den USA steigen und die Preise drücken werde. Die OPEC, auf die etwa zwei Drittel des Weltangebots entfallen würden, achte mit Argusaugen auf die neue Technik. Bei einem stärkeren Preisdruck werde das Kartell die Förderung drosseln. Andererseits könnten durch Spannungen in Nahost die Preise auch schnell auf 150 d/b treiben. Die Weltbank erwarte nur einen Preisrückgang von Erdöl von 3% gegenüber 2012.

Die Preise für den Sektor Nahrungsmittel würden auch 2013 heftigen Schwankungen unterliegen. Hierfür seien insbesondere Witterungseinflüsse verantwortlich. Im letzten Sommer sei es wegen einer Hitzewelle zu Ernteausfällen in den USA, Osteuropa und Zentralasien gekommen. Insoweit bleibe es bei der Volatilität der Preise. Die Weltbank erwarte einen Preisrückgang um 3,2%. Von China seien besonders die Preise für Industriemetalle abhängig. Sollte das erwartete Wachstum deutlich geringer ausfallen, könnten die Preise substantiell unter Druck geraten.

Einen Aufwärtstrend dürften die Preise für Edelmetalle vom jetzigen Niveau von 1.562 USD/Uz. einschlagen. Einerseits sinke die ständig teurer werdende Minenproduktion seit Jahren, andererseits nehme Gold durch kontinuierliche Zentralbankkäufe eine immer wichtigere Bedeutung im Weltwährungssystem ein. Gold bleibe eine stabile Alternative zu maroden Währungen und der Flut an Papiergeld.

Rohstoffe als Assetklasse hätten in den letzten achtzehn Monaten eine unterdurchschnittliche Performance gehabt. Das insgesamt knappe Angebot gebe den Preisen 2013 eine Stütze trotz weiterhin hoher Volatilität. Langfristig seien die Aussichten hervorragend. (20.02.2013/ac/a/m)