Man sah viele überraschte Gesichter gestern Abend nach US-Handelsende. Tesla (ISIN: US88160R1014) meldete seine Ergebnisse des dritten Quartals. Und das früher als üblich, man hätte eher in einer Woche damit rechnen können. Aber vielleicht hatte man es eilig, die Sensation zu präsentieren: einen dicken Gewinn von 2,90 US-Dollar pro Aktie und einen Umsatz von 6,82 Milliarden US-Dollar. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von knapp 6,3 Milliarden gerechnet – und mit einem Verlust pro Aktie von 19 Cent. Wie war es möglich, die Experten so zu überraschen?

Die „Cash Cow“, Teslas „Model 3“ sah im Schnitt eine Produktionsrate von 4.300 Stück pro Woche. Wenig, nachdem CEO Elon Musk ja Ende Juni mitteilte, das Ziel der Produktion von 5.000 Stück pro Woche sei erreicht. Am Ende des Quartals seien es aber 5.300 pro Woche gewesen, hieß es bei Tesla. Nun ja, das heißt, anfangs war man noch unter 4.000 Stück. Gar nicht mal so überzeugend. Aber, so hieß es von Tesla, die Bruttomarge des Model 3 habe bei 20 Prozent gelegen. Verblüffend. Wie man das geschafft hat, auf einmal so profitabel zu werden, ohne, dass das ein Experte hätte bemerken können, ist schwer zu ergründen. Es mag möglich sein, wundern darf man sich indes schon. Damit nicht genug:

 

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Tesla hatte gerade am 2. Oktober gemeldet, im dritten Quartal 80.142 Autos produziert, davon 53.239 Model 3. Wenn man mal rechnet, dass ein Quartal 13 Wochen hat und diese 53.239 durch 13 teilt, kommt man auf knapp 4.100 Stück, nicht auf 4.300 Stück. Wobei, wer weiß, vielleicht hat man die dazu fehlenden 2.600 Fahrzeuge irgendwo in einer Halle vergessen. Und erst am Dienstag teilte Elon Musk mit, man werde die Produktion des Model 3 vereinfachen, viele Ausstattungsvarianten streichen. Um effektiver zu werden. Bei einer Bruttomarge von 20 Prozent beim Model 3 wäre da ja eigentlich keine Hektik geboten. Blickt man zudem zurück auf viele unselige Statements des Tesla-Chefs Musk, auf die vielen Ankündigungen, die so nicht eintrafen, wäre zumindest Vorsicht am Platz, so erfreulich es sein mag, dass Tesla nach eigenen Angaben jetzt 2,90 US-Dollar pro Aktie Gewinn gemacht hat.

Die Aktie dürfte dadurch heute sehr stark in den Handel gehen. Den nachbörslichen Handel gestern beendete sie fast zehn Prozent über dem offiziellen Schlusskurs, um 316,50 Dollar. Was hieße: Knapp über der bei aktuell 311 Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie, dieser charttechnisch entscheidenden Hürde … und genau am Zwischenhoch von Anfang Oktober. Da notiert die Aktie auch um 13 Uhr im vorbörslichen US-Handel. Werden die Marktteilnehmer auf diesen aus dem Hut gezauberten Gewinn anspringen oder diese feste Eröffnung zu Gewinnmitnahmen nutzen? Geschieht ersteres und schließt Tesla klar über 316 US-Dollar, wäre die Aktie charttechnisch gesehen bullish. Vorsicht wäre dann aber ebenso angebracht wie vor dieser Bilanz!

 

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