Thailands Minister gegen Kapitalkontrollen

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – In Südostasien gerät der bisherige Gleichlauf der Wechselkurse der großen Exportnationen zunehmend in Unwucht, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Während der Japanische Yen zuletzt zum US-Dollar deutlich abwerte, habe der Thailändische Baht (THB) sukzessive zugelegt. Mit Kursen um aktuell 29,80 THB für einen USD betrage der Anstieg seit dem Halbjahresende 2012 nominal knapp 7%, die stärkste Zunahme in der Region. Der Grund dafür seien vor allem Kapitalzuflüsse durch die Verlagerung von Anlagevermögen ausländischer Investoren in das Königreich. Zugleich würden thailändische Exportunternehmen – das Land weise regelmäßig ein Plus in der Handelsbilanz aus – steigende USD-Notierungen im Rahmen von Gegenbewegungen zum Verkauf ihrer im Ausland erzielten Umsatzerlöse nutzen.

Nun habe die Stärke des Baht die heimischen Währungshüter vermehrt auf den Plan gerufen. Gestern habe Finanzminister Kittiratt Na-Ranong drastische Eingriffe wie Kapitalverkehrskontrollen zwar ausgeschlossen, aber zugleich auf die Notwendigkeit einer Steuerung der Geldströme verwiesen. Eine derartige Regulierung sei aber Aufgabe der heimischen Zentralbank, womit klar werde, dass eine alleinige Änderung der Steuergesetzgebung offenbar nicht auf der Agenda der Wahrungshüter stehe. Damit steige die Wahrscheinlichkeit einer regulatorischen Verschärfung kurzfristiger (sprich: spekulativer) Kapitalflüsse im Fall weiterer Aufwertungen des Baht. (31.01.2013/ac/a/m)