Thyssen Krupp: Kapitalerhöhung durchgeführt – Krupp-Stiftung verliert Sperrminorität

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Sven Diermeier, Aktienanalyst von Independent Research, bewertet die ThyssenKrupp-Aktie (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) weiterhin mit „verkaufen“.

Der Konzern habe die erwartete Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht (10% des Grundkapitals bzw. 51,45 Mio. neue Aktien) durchgeführt. Aus dem Platzierungspreis von 17,15 Euro je Aktie habe ein Bruttoemissionserlös von 882,3 Mio. Euro resultiert. Bei alleiniger Betrachtung der „Erstrundeneffekte“ der Kapitalmaßnahme ergebe sich schon ein positiver Effekt auf das Gearing von 75 Prozentpunkten (30.09.2013: 201%).

Die Analysten hätten ihre EPS-Prognosen angepasst (2013/14e: -0,20 (alt: -0,22) Euro; 2014/15e: 1,00 (alt: 1,10) Euro). Ein positiver Nebeneffekt der Kapitalmaßnahme sei ihres Erachtens, dass die Krupp-Stiftung ihre Sperrminorität verloren habe, weswegen sie einen eventuell radikalen Umbau nicht mehr blockieren könnte. Moody’s habe jedoch trotz der Kapitalmaßnahme das „Ba1“-Rating und den negativen Ausblick bestätigt. Durch die teilweise Rückabwicklung der Inoxum-Veräußerung und potenzieller wettbewerbsrechtlicher Verstöße bestünden beträchtliche Ergebnisunsicherheiten.

Vor diesem Hintergrund hat das „verkaufen“-Votum für die ThyssenKrupp-Aktie vorerst Bestand, so die Analysten von Independent Research. Das Kursziel werde weiterhin bei 16,50 Euro gesehen. (Analyse vom 04.12.2013) (04.12.2013/ac/a/d)