ThyssenKrupp: Q2-Ergebnisse sollten geringes Überraschungspotenzial bieten

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, rät nach wie vor zum Verkauf der ThyssenKrupp-Aktie (ISIN: DE0007500001, WKN: 750000, Ticker-Symbol: TKA, Nasdaq OTC-Symbol: TYEKF).

Die Verkaufsempfehlung beruhe insbesondere auf unverändert schwachen Ergebnissen aus den Werkstoffaktivitäten und der hohen Bewertung, so der Aktienanalyst. Mit einem EV/EBIT2014/15e von 14,6x sei die ThyssenKrupp-Aktie auf 10-Jahres Peak-Niveau (2009: 14,8x) und fast doppelt so hoch bewertet, wie im Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 7,6x EV/EBIT.

Gabriel nenne einige seiner Meinung nach interessante High- & Lowlights für den Q2-Bericht:

Der Free-Cashflow dürfte nach -62 Mio. Euro in Q1 mit einem mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in Q2 deutlich negativer ausfallen. Die Gründe seien nach Erachten von Gabriel höhere Zinszahlungen und hohe Vorkassenzahlungen in Q1.

Wie werde sich die Insolvenz von Budd Co. (Chapter 11) auf die Pensionsverpflichtungen (ca. 800 Mio. USD) und die Nettoverschuldung (ca. 384 Mio. USD Cash-out) und die rund 5.900 Pensionäre von Budd Co. auswirken, frage sich der Aktienanalyst.

Für interessant halte der Aktienanalyst auch die Eingliederung von AST und VDM (Tochterunternehmen) im Bereich Materials (seit März 2014) und mögliche Buchwertkorrekturen (Q1 ca. 970 Mio. Euro).

Gabriel frage sich auch, ob CSA den Break-even bereits früher als geplant schaffe, wie sich die Auslastung (Ziel 3,5-4 Mio. t in 2013/14) entwickelt habe und ob ThyssenKrupp die schwedische U-Boot-Werft an Saab AB verkaufe.

Laut Analyst Gabriel dürfte die Nettoverschuldung durch Verkaufserlös für Stahlwerk in Alabama sinken.

Insgesamt sollten die Ergebnisse des Q2 geringes Überraschungspotenzial bieten, wenngleich Einmaleffekte, die sich aus den vorgenannten Punkten ergeben könnten, nicht auszuschließen seien. Die Börse habe der ThyssenKrupp-Aktie bereits deutliche Vorschusslorbeeren zugebilligt.

Seit dem Einstieg von Cevian am 25.09.2013 sei die ThyssenKrupp-Aktie von 17,50 Euro auf ein neues Zwölf-Monats-Hoch von 20,50 Euro gestiegen – ein Plus von 17,1% und habe damit den DAX im gleichen Zeitraum um 6,3% outperformt. Der Trend bei den Markterwartungen zeige hingegen ein komplett anderes Bild.

Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, bleibt bei seiner Verkaufsempfehlung für die ThyssenKrupp-Aktie. Das Kursziel werde weiterhin bei 15 Euro gesehen. (Analyse vom 02.05.2014) (02.05.2014/ac/a/d)