ThyssenKrupp: Q2-Nettogewinn dank Einmaleffekt – Aktienanalyse

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN: DE0007500001, WKN: 750000, Ticker-Symbol: TKA, Nasdaq OTC-Symbol: TYEKF) unverändert mit „verkaufen“ ein.

ThyssenKrupp schreibe wieder schwarze Zahlen und habe positiv mit einem Q2-Nettoergebnis überrascht, das 269 Mio. EUR (BHLe: 63 Mio. EUR) betragen habe. Der Grund sei insbesondere im Finanzergebnis zu finden gewesen, wo eine in Q1 gebuchte Belastung von 275 Mio. EUR für die Outokumpu-Beteiligung korrigiert worden sei und mit 224 Mio. EUR in Q2 als Ertrag gebucht worden sei. Operativ sei hingegen wenig Überraschendes zu berichten gewesen. Die Analysten würden unverändert zu Gewinnmitnahmen bei der Aktie raten.

Das bereinigte EBIT habe in Q2 mit 309 Mio. EUR im Rahmen der Analystenerwartungen von 307 Mio. EUR gelegen. Der Saldo der Sondereffekte in Q2 habe sich auf -18 Mio. EUR belaufen (reported EBIT: 327 Mio. EUR). Die wesentlichen Sondereffekte (neben Restrukturierungseffekten) seien gewesen:

– 141 Mio. EUR Gewinn aus dem Verkauf von Steel USA
– 175 Mio. EUR positiver Effekt aus dem Chapter 11 von Budd Co.
– 235 Mio. EUR negativer Effekt aus der Outokumpu-Transaktion (VDM/AST)

Die Insolvenz der Budd Co. habe zwar zu Mittelabflüssen von 279 Mio. EUR geführt, gleichzeitig aber die Bilanz verbessert, da unter anderem 691 Mio. EUR weniger Pensionsrückstellungen hätten ausgewiesen werden müssen und so das Eigenkapital um 177 Mio. EUR höher gelegen habe.

Positiv habe sich Steel Americas entwickelt, wo das bereinigte EBITDA bereits in diesem Jahr (zuvor 2014/15) ausgeglichen sein solle. Diese Entwicklung hätten die Analysten nicht so schnell erwartet, und das dürfte auch der Grund für die Prognoseanhebung sein. Für das Gesamtjahr habe ThyssenKrupp nunmehr eine Verdopplung des bereinigten EBIT von 586 Mio. EUR als Zielgröße ausgegeben.

Die Bewertung basiere auf Basis der 2014/15 Erwartungen, sodass sich keine wesentlichen Änderungen beim fairen Wert ergeben würden und die Analysten das Kursziel von 15,00 EUR bestätigen würden.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die ThyssenKrupp-Aktie weiterhin mit dem Rating „verkaufen“. (Analyse vom 14.05.2014) (14.05.2014/ac/a/d)