ThyssenKrupp: Solide Q1-Zahlen – Prognose für 2014/15 bestätigt

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Industriekonzerns ThyssenKrupp AG (ISIN: DE0007500001, WKN: 750000, Ticker-Symbol: TKA, Nasdaq OTC-Symbol: TYEKF) nach wie vor zu halten.

Die Analysten würden ihr Kursziel von 21 Euro auf 24 Euro erhöhen, nachdem ThyssenKrupp solide Q1-Zahlen vorgelegt und die Prognose für 2014/15 (mindestens 1,5 Mrd. Euro adj. EBIT) bestätigt habe.

Mit einem adj. EBIT von 317 Mio. Euro (BHLe: 303 Mio. Euro) habe der Konzern im Vergleich zum Vorjahr um 29% zulegen können. Bei den Werkstoffaktivitäten hätten die Stahlbereich Europe und Americas erhebliche Verbesserungen beim adj. EBIT gegenüber dem Vorjahres-Q1 gezeigt, was wesentlich auf Kostensenkungen zurückzuführen gewesen sei. Dieser Trend sollte sich im weiteren Jahresverlauf fortsetzen, wobei von der Rohstoffkostenseite zusätzliche Margenverbesserungen erreicht werden sollten.

Lediglich im Bereich Materials Services habe in Q1 aufgrund des Streiks bei AST in Italien keine Verbesserung erzielt werden können. Ohne die Verluste aus den Special Materials in Höhe von 33 Mio. Euro beim adj. EBIT (Q1: 2 Mio. Euro) läge das Ergebnis auf Vorjahresniveau (2013/14: 35 Mio. Euro). Da die Restrukturierungen bei AST inzwischen angelaufen seien, sollten die kommenden Quartale auch hier wieder besser werden.

Der Fels in der Brandung würden die Industriegüterbereiche bleiben. Components Technologie und Industrial Solutions hätten beim adj. EBIT auf Vorjahresniveau gelegen, und Elevator habe trotz des Streiks in Frankreich das adj. EBIT ggü. Vj. um 22 Mio. Euro auf 178 Mio. Euro steigern können. Das Auftragsbuch bleibe getrieben von Aufträgen in Nordamerika und Asien auf Rekordniveau (+13% auf 4,3 Mrd. Euro), und ThyssenKrupp gehe unverändert von einer adj. EBIT-Margenverbesserung zwischen 50 und 70 Bp p. a. aus.

Während der FCF in Q1 mit -541Mio. Euro im Rahmen der Prognose gelegen habe und für Q2 erneut einen Mittelabfluss im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert worden sei, solle bis zum Bilanzstichtag der Break-even beim FCF (vor Verkäufen) erreicht werden. Angesichts des üblichen NWC-Abbaus in H2 dürfte das auch vor dem Hintergrund der geplanten Investitionen im Umfang von 1,5 Mrd. Euro erreicht werden.

Auf dem strategischen Weg in die Zukunft bleibe ThyssenKrupp auf Kurs. Entsprechend erwarten die Aktienanalysten vom Bankhaus Lampe auch beim Nettogewinn im laufenden Jahr ein positives Ergebnis – auch ohne Sondereffekte. Lediglich die Steuerbelastung bleibe im laufenden Jahr mit rund 50% laut CFO Guido Kerkhoff hoch. Grund hierfür seien der unvorteilhafte Ländermix und negative Effekte von nicht verrechenbaren Verlusten bei CSA. Entsprechend habe der Analyst Marc Gabriel hier eine Anpassung vorgenommen, die zu einem Rückgang beim EPS führe.

Die Absenkung des Rechnungszinses habe zu einem weiteren Anstieg der Pensionsrückstellungen auf nunmehr über 8 Mrd. Euro (Zins von 2,6% auf 2,1% reduziert = +530 Mio. Euro Anstieg) geführt. Jedoch könne sich ThyssenKrupp inzwischen auch wieder deutlich günstiger refinanzieren. Zwei neue Anleihen seien mit Kupons von 1,75% (fällig 25.11.2020) und 2,5% (fällig: 25.02.2026) platziert worden. Mit Ausnahme des am 25.02.2016 fälligen 1-Mrd.-Euro-Bonds, für den 8,5% Zinsen gezahlt würden, seien alle laufenden Schuldverschreibungen mit Kupons unterhalb von 5% verzinst.

Das gesunkene Zinsniveau spiegele sich auch in der DCF-Bewertung der Analysten wider. Mit einem risikolosen Zinsniveau von 0,34% für 10-jährige Bundesanleihen, reduziere sich der WACC im DCF-Modell auf 5,85%. Angesichts eines EBIT von rund 2,5 Mrd. Euro im Terminal Value (TKA-Ziel: mittelfristig: mindestens 2 Mrd. Euro EBIT) und einem CFWachstum von 2% in der TV-Phase, würden die Analysten einen fairen Wert aus dem DCFModell von über 31 Euro für die ThyssenKrupp-Aktie ermitteln.

Lediglich die Bewertung aus dem kurzfristiger orientieren Cash-flow-Rendite Modell auf Basis 2016/17 und die Sum-of-the-Parts-Bewertung würden aktuell einen geringeren fairen Wert von jeweils rund 20 Euro ermitteln, sodass der Mix aus diesen Bewertungsverfahren zu einem Kursziel von gerundet 24 Euro führe.

Mit einem KGV 2015/16 von 16,2x auf Basis des Kursziels der Analysten sei die ThyssenKrupp-Aktie weder im historischen Vergleich (10J-KGV: 11x) noch im Peer-Group-Vergleich (FactSet: 2016e: 13,5x) ein Schnäppchen. Solange aber kein konjunktureller Gegenwind drohe, sollte sich die ThyssenKrupp-Aktie stabil entwickeln.

Daher bestätigt Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, in einer aktuellen ThyssenKrupp-Aktienanalyse seine Halteempfehlung. (Analyse vom 20.02.2015) (20.02.2015/ac/a/d)