ThyssenKrupp: Stahlpreise sind weiter rückläufig

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN: DE0007500001, WKN: 750000, Ticker-Symbol: TKA, Nasdaq OTC-Symbol: TYEKF) unverändert mit „verkaufen“ ein.

Die Stahlpreise seien weiter rückläufig, sodass der Analyst unverändert den Sektor meide und die Verkaufsempfehlungen für Klöckner & Co. sowie ThyssenKrupp bestätige.

Die Stahlproduzenten sollten in Q2 von der Rohstoffkostenseite profitiert haben. Vergleiche man das Durchschnittspreisniveau des laufenden Quartals mit Q1/2014, so seien die Kosten für Eisenerz um 14,4% und Kokskohle um 7,6% gefallen. Während die EU-Stahlpreise (HRC) um 4,6% zurückgegangen seien, hätten die HRC-Preise in den USA sogar überraschend um durchschnittlich 2,7% zulegen können. Auf Basis der Durchschnittspreise habe der Analyst (auf Basis der Erz-, Kokskohle und Schrottpreisentwicklung) einen Kostenvorteil von rund 24 Euro/t für die Stahlproduzenten im Vergleich zum Vorquartal ermittelt.

Bei einem Durchschnittspreisrückgang von rund 21 Euro/t in Europa im Vergleich zu Q1 sollten somit rund 3 Euro/t mehr Ergebnis im abgelaufenen Q3 bei ThyssenKrupp bzw. Q2 bei Salzgitter möglich sein. Deutlich stärker profitiert haben dürften US-Produzenten, da dort die Stahlpreise sogar hätten zulegen können.

Berücksichtige man die Jahresstahlproduktion bei ThyssenKrupp quotal, sollte der Vorteil bei einer Produktion von rund 4,3 Mio. Tonnen im Quartal knapp 13 Mio. Euro für Q3 ausmachen, während bei Salzgitter lediglich ein um rund 5 Mio. Euro besseres Ergebnis in Q2 anfallen sollte.

Angesichts des bestehenden Preisdrucks dürften die Margenvorteile zudem in den kommenden Wochen wieder zugunsten der Kunden abgegeben werden. Des Weiteren bestehe die Gefahr, dass sich die Rohstoffpreise erholen würden, bevor die Preise angehoben werden könnten. Verlierer in der aktuellen Stahlpreisentwicklung dürfte der Stahlhandel sein.

Marc Gabriel, Aktienanalyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die ThyssenKrupp-Aktie weiterhin mit dem Rating „verkaufen“. Das Kursziel werde nach wie vor bei 15,00 Euro gesehen. (Analyse vom 30.06.2014) (30.06.2014/ac/a/d)