ThyssenKrupp: „Steel of Americas“ im Fokus

Essen (www.aktiencheck.de) – Ekkehard Link, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) weiterhin mit dem Rating „halten“ ein.

ThyssenKrupp müsse seit geraumer Zeit außerordentlich hohe Verluste bei seinen Stahlwerken auf dem amerikanischen Kontinent (Brasilien, USA) hinnehmen. Der seither bestehende Entschluss, diese Werke zu veräußern, habe bislang jedoch nicht realisiert werden können.

Der Konzern befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem brasilianischen Stahlkocher CSN, der die Aktivitäten in Brasilien zu übernehmen beabsichtige. Ursprünglich sei ein Abschluss dieser Verhandlungen bis zum Ende des laufenden Monats erwartet worden. Jetzt würden sich Schwierigkeiten zeigen, da CSN ein Junktim zwischen den brasilianischen Kapazitäten und jenen in Alabama (USA) herstelle: CSN wolle das brasilianische Werk nur dann von ThyssenKrupp übernehmen, wenn es auch zugleich das Werk in Alabama hinzubekäme. Die Begründung für diese Forderung liege in der ansonsten fehlenden Wertschöpfungsmöglichkeit für CSN: „Low-cost steel“ aus Brasilien solle in den USA veredelt und dort zu vergleichsweise hohem Preis veräußert werden. Die sich durch diese Forderung verzögernden Verkaufsverhandlungen seien nach Meinung von Marktbeobachtern sogar gefährdet.

Beide Konzernleitungen würden jedoch weiterhin die Einschätzung vertreten, zu einem Verkaufsabschluss kommen zu können. Gleichwohl prüfe ThyssenKrupp für den Fall ausbleibender Verkaufserlöse zeitgleich die Optionen einer weiteren Kapitalbeschaffung. Dabei dürfte der Anteil der ThyssenKrupp-Stiftung in Höhe von 25,3% besondere Beachtung finden: Zöge die Stiftung bei einer Kapitalerhöhung nicht mit, könnte sie ihre Sperrminorität verlieren.

Die Entwicklung gefährdet die seit April laufende Erholung der ThyssenKrupp-Aktie (noch) nicht, weshalb die Analysten der National-Bank AG ihr „halten“-Votum und das Kursziel von 17 EUR bestätigen. (Analyse vom 05.09.2013) (05.09.2013/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.