Tschechiens Wirtschaft schrumpft weiter

Wien (www.aktiencheck.de) – Die Schuldenkrise in der Eurozone und die Sparprogramme der tschechischen Regierung belasten weiterhin die tschechische Wirtschaft, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen „emreport“.

Die jüngsten Konjunkturdaten hätten allesamt enttäuscht. Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze seien nach leichten Anstiegen im Oktober wieder zurückgefallen in negatives Terrain. Die Einkaufsmanagerindices hätten sich zwar leicht verbessert, würden mit Werten unter 50 aber nach wie vor eine schrumpfende Wirtschaft signalisieren. Auch die Stimmung unter Verbrauchern und Geschäftsleuten habe sich zuletzt abermals leicht verschlechtert. Demgegenüber würden die deutlich gestiegenen Preiskomponenten in den Vorlaufindikatoren signalisieren, dass die Inflation in den kommenden Monaten etwas zunehmen könnte.

Bei den Präsidentschaftswahlen habe sich Milos Zeman durchgesetzt, der sowohl pro-europäisch als auch pro-russisch eingestellt sei und der die jüngst implementierten öffentlichen Sparmaßnahmen ablehne. Der Einfluss seines Amtes auf die tatsächlichen politischen Entscheidungen sei allerdings recht eng begrenzt.

Die tschechische Währung sei in den ersten Wochen des neuen Jahres etwas schwächer gewesen, wie von der Notenbank zuletzt verbal auch gewünscht – allerdings hätten fast alle Währungen der Region etwas nachgegeben. Auch tschechische Anleihen hätten im Monatsvergleich leichte Kursverluste verzeichnet; diese Entwicklung dürfte aber in erster Linie auf den Renditeanstieg bei deutschen Bundesanleihen zurückzuführen sein. Der Aktienindex in Prag sei der schwächste der Region gewesen und um über 6% gefallen. (Ausgabe Februar 2013) (12.02.2013/ac/a/m)