Ungarns Wirtschaft bleibt schwach, Vorlaufindikatoren signalisieren leichte Verbesserung für die kommenden Monate

Wien (www.aktiencheck.de) – Die ungarische Wirtschaft bleibt unter Druck, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen „emreport“ zu den Emerging Markets.

Die jüngsten Konjunkturdaten hätten enttäuscht – Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze seien stark rückläufig. Die Vorlaufindikatoren würden allerdings signalisieren, dass Ungarn das Schlimmste überstanden haben könnte. Der Stimmungsindex, ein sehr guter Frühindikator für Ungarns Wirtschaft, habe sich den vierten Monat in Folge verbessert. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Produzierende Gewerbe sei kräftig angestiegen.

Ähnlich wie andere Notenbanken der Region habe auch Ungarns Zentralbank den Leitzins gesenkt, obwohl die Inflation mit einem Anstieg um 5% gegenüber dem Vorjahr deutlich über ihrem Zielkorridor liege. Zurückzuführen sei das unter anderem auf den Einfluss der vom Parlament bestellten Zentralbankmitglieder. Anfang März ende die Amtsperiode des Zentralbankchefs; seine Nachbesetzung werde erst kurz davor bekannt gegeben und bereits mit Spannung erwartet. Es sei davon auszugehen, dass es ein Mitglied der regierenden Fidesz-Partei sein werde – damit dürfte der politische Einfluss auf die Zentralbank weiter ausgebaut werden.

Ungarn werde demnächst eine Eurobondemission am Markt platzieren. Auch ohne Aussicht auf ein Abkommen mit dem IWF dürfte dafür Nachfrage bei Investoren bestehen. Der Forint sei in den ersten Wochen des Jahres ähnlich schwach gewesen wie die meisten Währungen der Region; ungarische Anleihen seien wenig verändert gewesen. Der ungarische Aktienmarkt hingegen sei im vergangenen Monat der stärkste in der Region gewesen; der BUX-Aktienindex (ISIN XC0009655090/ WKN 965509) habe mit einem Anstieg von rund 6,5% fast genauso stark zugelegt wie im gesamten Vorjahr. (Ausgabe Februar 2013) (12.02.2013/ac/a/m)