US-BIP: Schwache Rüstungsausgaben belasten das Wachstum

Hannover (www.aktiencheck.de) – In den USA wurden vor einigen Minuten Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts gemeldet, berichten die Analysten der Nord LB.

Es handle sich um die erste Veröffentlichung von Daten für das 4. Quartal 2012. Diesen Angaben folgend habe die annualisierte Wachstumsrate enttäuschende -0,1% betragen.

Damit sei aus der erwarteten Entschleunigung des Wirtschaftswachstums nun sogar Stagnation der ökonomischen Aktivität in den USA geworden. Insofern müsse natürlich von einer klar negativen Überraschung gesprochen werden. Die Zahlen zum Headlineindex allein würden allerdings die Schwäche überzeichnen und seien daher sehr vorsichtig zu interpretieren.

Der Blick auf die Details zeige insbesondere rückläufige Rüstungsausgaben, die das Wachstum signifikant belastet hätten. Die Abschwächung hier sei der größte Rückgang in diesem Segment der US-Volkswirtschaft gewesen, der seit dem Ende des Vietnam-Konfliktes zu beobachten gewesen sei. Erwartungsgemäß habe auch der Außenhandel belastet. Positiv habe sich wieder einmal der private Konsum entwickelt, der eine verlässliche Wachstumsstütze bleibe. Dies mache durchaus Hoffnung, wobei die Resultate des Haushaltsstreits zunächst Belastungen erwarten lassen würden, die den Konsumenten zum Start von 2013 verschrecken könnten. Diese Probleme sollten vom US-Verbraucher aber spätestens im 2. Halbjahr zu den Akten gelegt werden.

Auch aufgrund der Revisionsanfälligkeit der Zahlen würden die Analysten die aktuellen Daten zunächst nicht zu kritisch interpretieren. Selbst wenn die zweite Veröffentlichung der heute gemeldeten BIP-Zahlen kein nachhaltig positiveres Wachstum in den USA zeigen sollte, würden sie schon damit rechnen, dass die zur Jahresmitte anstehende Revision ein in der Summe deutlich freundlicheres Bild des Jahres 2012 zeichnen sollte. Insofern müsse man wohl einfach nur gelassen bleiben.

Die heutigen Zahlen zum BIP-Wachstum in den USA hätten deutlich unterhalb der Erwartungen gelegen. Die Schwäche bei den Rüstungsausgaben sei auf die Gesamtwirtschaft durchgeschlagen. Die Analysten würden die Daten in der Summe aber auch nicht zu kritisch interpretieren wollen – und zudem noch auf Revisionen warten. (30.01.2013/ac/a/m)