US-Konsumentenvertrauen auf Erholungskurs

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) – In den USA gab das Konsumentenvertrauen der Universität Michigan im Dezember auch wegen der Sorgen, ob das „fiscal cliff“ umschifft werden kann, um 9,8 auf 72,9 Punkte nach, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zum Jahresbeginn 2013 sollte eine Erholung angesagt sein. Mit 75,5 Punkten würde aber der 2012er Durchschnittswert noch um einen Punkt unterschritten.

Die ursprünglich für heute geplante Grundsatzrede des britischen Premierministers David Cameron zu Großbritanniens Zukunft in der EU werde wegen der Geiselsituation in Algerien verschoben. Aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben. Die Widerstände gegen eine politische Union in Europa und die Einforderung von Sonderrechten für das Vereinigte Königreich seien in Camerons Partei weit verbreitet.

Die EU-Skeptiker unter den Tory-Abgeordneten würden Abänderungen des Lissabon-Vertrags, dem grundlegenden Regelwerk der EU, mit der Rückführung zahlreicher EU-Kompetenzen anstreben. Im Mittelpunkt stehe hier vor allem eine Vetomöglichkeit in Fragen zum Schutz des eigenen Finanzsektors. Aber auch die Rückführung von sozial- und beschäftigungspolitischen EU-Kompetenzen, der Entzug der Brüsseler Kontrolle über die Regionalhilfen in der EU, Sonderrechte für Großbritannien in der Justizpolitik, eine neue schriftliche Garantie, dass Nicht-Euro-Länder im Binnenmarkt nicht benachteiligt würden sowie die Abschaffung des EU-Parlamentssitzes in Straßburg stünden im Forderungskatalog an den britischen Premier.

Im In- und Ausland sei Großbritannien allerdings vielfach von einem EU-Austritt abgeraten worden, da ein solcher Schritt mit einem Bedeutungsverlust von Großbritannien verbunden wäre. Dem Britischen Pfund blase aktuell durch die lang anhaltende Rezession und das Haushaltsdefizit der Wind schon ins Gesicht. Die Verunsicherung, ob ein baldiges Referendum über einen EU-Austritt bevorstehe, würde die britische Valuta zusätzlich belasten. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die für heute angesetzte Rede zeitnah nachgeholt und der britische Premier auf die Kritiker zugehen werde. Allerdings dürfte er auch wie bisher betonen, dass Großbritannien volles EU-Mitglied bleiben werde. Nach Erachten der Analysten sei weder mit der Androhung eines EU-Austritts noch mit der Bekanntgabe eines baldigen Referendums zu rechnen. (18.01.2013/ac/a/m)