USA: Lösung des Schuldenproblems nicht in Sicht

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Die Entwicklung der öffentlichen Schulden der US-Volkswirtschaft ist eine „Einbahnstraße“, so Dr. Eberhardt Unger von „fairesearch“.

Sie seien seit Jahrzehnten immer nur gestiegen, hätten für kurze Zeit nur sehr selten stagniert, seien aber mit einer einzigen kurzfristigen Ausnahme noch nie gefallen. Dies sei zurzeit ein Dauerthema aller Börsendiskussionen. Eine gesetzlich eingeführte Obergrenze für die öffentlichen Schulden sei – wie das Beispiel USA im Februar wieder einmal deutlich zeigen werde – eine Farce, da diese Obergrenze bei Bedarf weiter nach oben geschoben werde. Aber wohin führe diese Straße, wenn sie immer wieder einfach verlängert werde? Sie führe ins Nichts!

Für die USA werde die Verschuldung aller Sektoren von der FED mit USD 55,31 Billionen angegeben, das seien 344% des BIP von USD 16,07 Billionen in 2012. Die Gesamtverschuldung setze sich zusammen aus dem nicht-finanziellen Sektor von USD 39,25 Billionen (private Haushalte, Unternehmen, öffentliche Hände) + dem finanziellen Sektor von USD 16,06 Billionen. Ständig müssten mehr Schulden zur Herstellung einer Einheit des BIP gemacht werden. Die Gesamtverschuldung dürfte 2020 bei etwa USD 75 Bill. liegen.

Die weltweit höchste Gesamtverschuldung habe 2012 Japan mit über 500% des japanischen BIP (Quelle: Goldman Sachs). EZB-Daten zufolge habe die Verschuldung aller Sektoren in der Eurozone Ende 2011 315% des BIP betragen. Unter den großen EWU Mitgliedsländern liege Frankreich mit 330% oberhalb des Durchschnitts. Deutschland, Italien und Spanien würden mit 252%, 280% bzw. 299% des BIP unterdurchschnittliche Verschuldungsquoten aufweisen.

Hoffnungen auf eine absehbare Lösung des Schuldenproblems in den Industrieländern in astronomischer Größenordnung seien Illusion. Dazu wäre schon ein weltweiter umfangreicher Forderungsverzicht erforderlich. Die Schulden könnten auch in realer Rechnung mit höherer Inflation reduziert werden. Das wäre zwar die ungerechteste Lösung, dennoch müsse damit gerechnet werden. An einer Reform des Weltwährungssystems führe kein Weg vorbei. Edelmetalle würden langfristig eine optimale Geldanlage bleiben. (23.01.2013/ac/a/m)