USA: Philadelphia-Index zeigt sich unfreundlich

Hannover (www.aktiencheck.de) – Heute sind in den USA Daten zur Entwicklung des Philadelphia-Indexes veröffentlicht worden, so die Analysten der Nord LB.

Der wahrscheinlich wichtigste regionale Stimmungsindikator des Landes habe im Berichtsmonat Januar leicht nachgegeben. Mit -5,8 Punkten sei die Zeitreihe in negatives Terrain gefallen. Werte unter Null würden signalisieren, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen eine Eintrübung der Lage im Vormonatsvergleich angegeben habe.

Nach der Veröffentlichung des methodisch identisch aufgebauten Empire State Manufacturing Survey sei das Nachgeben im Philadelphia-Index nicht völlig überraschend: Der von den Finanzmärkten ebenfalls beachtete regionale Stimmungsindikator aus New York sei im Januar schließlich nochmals leicht auf -7,8 Punkte zurückgegangen. Insofern sei die Entwicklung des „größeren Bruders“ von der Philly-FED nicht ganz unerwartet gekommen, sei aber natürlich unerfreulich.

Beim Blick auf die Subindices des Philadelphia-Indexes seien im Grunde ebenfalls schwache Signale auszumachen: Negativ anzumerken sei vor allem, dass beide Arbeitsmarktkomponenten („Beschäftigtenanzahl“ und „durchschnittliche Wochenstunden“) im Januar wieder unter die Nulllinie gesackt seien. Diese Zahlen würden eher für ein Stocken bei der Aufhellung am Arbeitsmarkt sprechen. Unschön seien zudem die um jeweils knapp 10 Indexpunkte abwärts gerichteten Entwicklungen der Komponenten „Neuaufträge“ und „Auslieferungen“. Hoffnung auf eine bessere Zukunft mache dagegen einzig der Index „General Business Activity in 6 Months“, der auf bemerkenswerte 29,2 Punkte habe zulegen können.

Auf der Preisseite seien Rückgänge zu verzeichnen: Die Zeitreihe der „Prices Paid“ habe genauso um knapp 10 Indexpunkte nachgegeben wie die „Prices Received“. Damit scheine sich die Lage auf der Ausgabenseite für die Unternehmen etwas zu entspannen, wobei gleichzeitig auf der Einnahmenseite weniger übrig bleibe. Insofern dürften sich die in diesem Zusammenhang diskutierten Preisüberwälzungsspielräume kaum verändert haben.

Nach den zuletzt im Grunde durchgehend erfreulichen Daten zu der Industrieproduktion, den Auftragseingängen, dem ISM PMI, aber auch den Einzelhandelsumsätzen, dem Arbeitsmarkt und dem Immobilienmarkt könne dem Philadelphia-Index tatsächlich wenig Positives abgewonnen werden. Überbewerten sollte man allerdings die heutigen Daten nicht, möglicherweise zeige sich im Philadelphia-Index die Verunsicherung der Unternehmen im Zusammenhang mit dem (mittlerweile umschifften) „fiscal cliff“.

Die heute veröffentlichten Angaben zum Philadelphia-Index hätten ganz überwiegend negative Signale für den Verarbeitenden Sektor im Nordosten der USA geliefert. Dies gelte sowohl für den Headline-Index als auch die Mehrheit der betrachteten Komponenten. Die Details der Befragung würden insbesondere eine Eintrübung am Arbeitsmarkt und bei der Orderlage anzeigen.

Hoffnung auf eine generell freundlichere Entwicklung in der näheren Zukunft mache allein der nochmals deutlich angestiegene „General Business Activity Index in 6 Months“ an. Zusammen mit dem ebenfalls wenig erbaulichen Empire State Index sollte im Hinblick sowohl auf den in der nächsten Woche anstehenden Markit PMI als auch den ISM PMI, der erst in zwei Wochen veröffentlicht werde, von zumindest leicht negativen Tendenzen ausgegangen werden. (17.01.2013/ac/a/m)