USDA und ICAC mit unterschiedlichen Einschätzungen zum globalen Baumwollmarkt

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Nach einer kurzen Korrektur kann der Preis für den meistgehandelten Baumwollterminkontrakt am Morgen wieder über die Marke von 82 US-Cents je Pfund steigen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Gegenüber der Jahreswende lägen die Baumwollnotierungen fast 10% im Plus. Die Mehrheit der kurzfristig orientierten Marktteilnehmer erwarte offensichtlich eine Fortsetzung dieser Bewegung: Die spekulativen Netto-Long-Positionen lägen nur knapp unter dem Anfang Februar verzeichneten 2,5-Jahreshoch. Seither seien sie nur moderat gesunken.

Nachdem das USDA bereits erste Prognosen zur US-Baumwollproduktion für 2013 veröffentlicht habe und dort einen Rückgang der Ernte um 18% auf 14 Mio. Ballen erwarte, seien nun Ende letzter Woche erste Einschätzungen zur globalen Marktsituation im Jahr 2013/14 gefolgt. Zwar solle das Angebot sinken und die Nachfrage steigen. Dennoch solle es zu einem erneuten Überschuss kommen und die Lagerbestände in der kommenden Saison somit weiter steigen. Der Lageraufbau dürfte allerdings deutlich geringer als in 2011/12 und 2012/13 ausfallen.

Damit positioniere sich das USDA anders als das International Cotton Advisory Committee (ICAC). Dieses erwarte einen Rückgang der weltweiten Produktion um 11% auf 23,2 Mio. Tonnen. Die Nachfrage solle um 3% zulegen. Im Saldo rechne das ICAC mit dem ersten Marktdefizit seit vier Jahren und mit einem Lagerabbau um 5%. Offensichtlich richte sich der Markt derzeit auf eine etwas geringere Verfügbarkeit von Baumwolle ein. Hohe Lagerbestände dürften aber große Preissteigerungen auf absehbare Zeit verhindern. (27.02.2013/ac/a/m)