Vorstandsinterview: HanseYachts-Anleihe soll weiteres Unternehmenswachstum finanzieren

Greifswald (www.aktiencheck.de) – Vorstandsinterview: HanseYachts-Anleihe soll weiteres Unternehmenswachstum finanzieren

Die HanseYachts AG (ISIN: DE000A0KF6M8, WKN: A0KF6M, Ticker-Symbol: H9Y) mit Sitz in Greifswald ist gemessen an der Zahl verkaufter Yachten weltweit einer der drei größten Hersteller hochseetüchtiger Segelyachten. In Deutschland nimmt das Unternehmen in dieser Kategorie den zweiten Platz ein. Im Bereich Segel- und Motoryachten ist die HanseGroup ein global operierendes Unternehmen.

Die HanseYachts AG plant aktuell die Emission einer Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A11QHZ0, WKN: A11QHZ) mit einem Volumen von bis zu 20 Mio. Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren (03.06.2014 bis 03.06.2019 (ausschließlich)) sowie einem Kupon von 8,00% p.a. Der Ausgabepreis beträgt 100% und die Stückelung 1.000 Euro. Die Zeichnungsfrist beginnt am 19. Mai 2014 und endet am 30. Mai 2014 (vorzeitige Schließung jederzeit vorbehalten).

anleihencheck.de führte ein Interview mit Herrn Dr. Jens Gerhardt, Sprecher des Vorstandes der HanseYachts AG:

anleihencheck.de: Sind Sie mit dem bisherigen Geschäftsjahr zufrieden?

Dr. Gerhardt: Ja, absolut. Denn die 9-Monats-Zahlen 2013/2014 bestätigen unseren Aufwärtstrend, obwohl sie nur bedingt aussagekräftig sind, denn die Auslieferungen erfolgen hauptsächlich von Februar bis Juni, so dass das 4. Quartal das traditionell umsatz- und ergebnisstärkste ist.

In den ersten neun Monaten unseres Geschäftsjahres, also von Juli 2013 bis März 2014, konnten wir die positive Entwicklung aus 2012/2013 fortsetzen. Den Umsatz haben wir von 50,2 Mio. Euro auf 55,0 Mio. Euro gesteigert. Auch auf der Ergebnisseite sind wir auf dem richtigen Weg. Die Fertigungskosten konnten wir deutlich senken. Entsprechend war das EBITDA im 3. Quartal wieder positiv. Das war unser Ziel. Auf Sicht von neun Monaten steht noch ein Minus von 1,6 Mio. Euro. Besonders wichtig für uns ist aber, dass wir unseren Auftragseingang gemessen an der Zahl der Yachten um 13 % steigern konnten und gemessen am Umsatzvolumen sogar um 23 % zulegen konnten.

anleihencheck.de: Wie steht die HanseYachts AG derzeit im gesamtwirtschaftlichen Umfeld da?

Dr. Gerhardt: In den südeuropäischen Mittelmeerstaaten ist eine allmähliche Erholung erkennbar und das spüren sowohl unsere Branche als auch wir. Auch insgesamt hat der Markt für Segel- und Motoryachten seinen Boden gefunden. Marktforscher gehen für 2014 sogar von einem klaren Plus aus. Wir sind etwas vorsichtiger, sehen uns aber auch bei einem gleichbleibenden Markt sehr gut aufgestellt und wollen weiter wachsen. Die Indikatoren im Auftragseingang sowie von unseren Händlern auf den internationalen Märkten unterstützen das.

anleihencheck.de: Wie würden Sie die aktuelle Wettbewerbssituation in Ihrer Branche beschreiben?

Dr. Gerhardt: Es gibt deutliche Unterschiede im Markt der Segel- und der Motoryachten. Bei den Segelyachten mit einer Rumpflänge von 10 bis 20 Metern gehören wir zu den Top-3-Herstellern in Europa und weltweit. Hinter den drei führenden Anbietern tut sich dann bereits eine Lücke auf und ich gehe davon aus, dass sich dieser Abstand weiter vergrößern wird. Die mittleren und kleineren Anbieter können vielfach das Innovationstempo nicht mitgehen.

Bei Motoryachten ist die Wettbewerbsstruktur noch deutlich breiter und ausgeglichener, da auch der Markt größer ist. Das stellt für uns auch eine Chance dar. Wir sind erst in diesem Geschäftsjahr mit breitentauglichen Serienschiffen der Marke „Sealine“ an den Start gegangen. Mit unserer Kraft in der Entwicklung neuer Boote und der addierten Vertriebspower der bisherigen „Sealine“-Händler und der von „Hanse“ sollten wir in diesem Umfeld eine gute Rolle einnehmen können.

anleihencheck.de: Wofür soll der Erlös aus der neuen Anleihe konkret verwendet werden?

Dr. Gerhardt: Wir kombinieren die Emission mit einem Tauschangebot an die Investoren unserer ersten Anleihe, die im Dezember 2014 auslaufen würde. Der Emissionserlös dieser einjährigen Schuldverschreibung 2013/2014 in Höhe von 5,0 Mio. Euro wurde insbesondere für Neuentwicklungen und die Integration der „Sealine“-Motoryacht-Produktion in Greifswald verwendet.

Durch die neue fünfjährige Unternehmensanleihe 2014/2019 fließt dem Unternehmen voraussichtlich ein Nettoemissionserlös von bis zu rund 14,3 Mio. Euro zu; wenn wir von einer Vollplatzierung ausgehen und nach Abzug sämtlicher Emissionskosten und bei vollständiger Annahme des Umtauschangebots. Mit diesen Mitteln wollen wir vor allem das weitere Wachstum finanzieren. Ca. 2,0 Mio. Euro sind für die weitere Vorfinanzierung der Produktion von Yachten der Marke „Sealine“ vorgesehen. Ca. 5,9 Mio. Euro dienen der Erneuerung und Erweiterung der Modellpalette sowie der geografischen Vertriebsexpansion. Für die Refinanzierung bestehender sonstiger Finanzverbindlichkeiten sollen ca. 4,8 Mio. Euro verwendet werden. Die restlichen 1,6 Mio. Euro sollen als Betrag für die erste Zinszahlung verpfändet werden.

anleihencheck.de: Inhaber der im Dezember 2013 begebenen einjährigen 9,0%-Schuldverschreibung der HanseYachts AG können sie in eine neue Schuldverschreibung tauschen. Welche Vorteile ergeben sich daraus für Anleger?

Dr. Gerhardt: Ich denke, wir konnten unseren Investoren in den zurückliegenden Monaten zeigen, dass unser Unternehmen eine gute Entwicklung nimmt. Deshalb glaube ich auch, dass viele Investoren die rund siebenmonatige Restlaufzeit gerne in eine neue fünfjährige Laufzeit tauschen – bei entsprechender Handelbarkeit im Entry Standard und höherer Liquidität im Wertpapier. Mit 8,0% ist die Verzinsung aus meiner Sicht auf einem sehr attraktiven Niveau.

anleihencheck.de: Welche Sicherheiten bietet die neue Hanse Yachts-Anleihe den Anlegern?

Dr. Gerhardt: Zugunsten der Anleihegläubiger werden die Rechte an unsere Marken „Hanse“, „Moody“, „Fjord“, „Dehler“ und „Varianta“ an einen Treuhänder verpfändet – ebenso wie ein Konto, auf das der Betrag für die erste Zinszahlung eingezahlt werden soll.

Bei diesen 5 Marken handelt es sich um im Segelyachtmarkt weltweit bestens eingeführte Marken mit einer Historie, die zum Teil ins 19. Jahrhundert zurückreicht („Moody“) oder die bereits rund 50 Jahre am Markt sind („Dehler“, „Fjord“). Für diese Marken haben wir ein Markenwertgutachten erstellen lassen, aus dem sich zum 31. Dezember 2013 ein Gesamtmarkenwert von 11,2 Mio. Euro ergab.

anleihencheck.de: Mit welchen positiven Effekten der Emission auf die Geschäftsentwicklung der HanseYachts AG rechnen Sie?

Dr. Gerhardt: Nach einer Phase der erfolgreichen Neustrukturierung können wir jetzt wieder verstärkt auf Wachstumskurs gehen. Die zufließenden Mittel geben uns dazu den notwendigen zusätzlichen Freiraum. Wir könnten dies auch mit unseren selbst generierten Cash Flows darstellen, aber so sind wir schneller: schneller bei der Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Yachten, schneller bei der Globalisierung aller unserer sechs Marken und auch schneller bei einer höheren Auslastung unserer Kapazitäten. Denn mit den Mitteln aus der ersten und zweiten Anleihe wurde der intensivere Einstieg in den Markt der Motoryachten erst richtig möglich. In den nächsten Jahren wollen wir in diesem Markt deutlich wachsen und eine aktive Rolle im Wettbewerbsumfeld einnehmen – in einem Markt, der in dem für uns relevanten Segment mehr als zweieinhalbmal so groß ist wie der für uns relevante Segelyachtmarkt.

anleihencheck.de bedankt sich für dieses Interview und wünscht der HanseYachts AG viel geschäftlichen Erfolg.

Börsenplätze HanseYachts-Aktie:

Börse Frankfurt Aktienkurs HanseYachts-Aktie:
5,30 EUR 0,00% (16.05.2014, 08:18)

ISIN HanseYachts-Aktie:
DE000A0KF6M8

WKN HanseYachts-Aktie:
A0KF6M

Ticker-Symbol HanseYachts-Aktie:
H9Y

Kurzprofil HanseYachts AG:

Die HanseYachts AG (ISIN: DE000A0KF6M8, WKN: A0KF6M, Ticker-Symbol: H9Y) zählt zu den weltweit größten Herstellern von hochseetüchtigen Segelyachten. Die HanseYachts AG fertigt und vertreibt Segelyachten unter den Marken Hanse, Moody, Dehler und Varianta sowie Motoryachten der Marke Fjord. Die Segelyachten werden über Vertragshändler bzw. in Deutschland und den USA teilweise vertrieben. Fertigungen folgen für gewöhnlich auf Endkundenbestellung, welche von den Vertriebshändlern an die HanseGroup weitergeleitet werden. In geringerem Umfang fertigt das Unternehmen Motoryachten der Marke Fjord. Zudem betreibt die HanseYachts AG einen an ihr Betriebsgelände angeschlossenen Sportboothafen, eine so genannte Marina. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland und Polen. (16.05.2014/ac/e/n)

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