„Währungskrieg“ ist ein Phantomrisiko

München (www.aktiencheck.de) – Bis zum Ende vergangener Woche standen die Devisenmärkte unter dem Einfluss des Phantoms „Währungskrieg“ und der beiden Treffen von G7 und G20, die ebenfalls unter dem Zeichen der Befürchtung eines Abwertungswettlaufes standen, so die Analysten von UniCredit Research.

Erst als sich beim G20-Treffen abgezeichnet habe, dass Japan mit seiner expansiven geldpolitischen Ausrichtung und die JPY-Abschwächung der letzten Monate im offiziellen Statement nicht explizit erwähnt worden sei, hätten die Marktaktivitäten wieder etwas an Schwung gewonnen. Aus Sicht der Analysten und aus Sicht zahlreicher Zentralbanker sei der „Währungskrieg“ ohnehin ein Phantomrisiko.

In dieser Woche sollte EUR/USD aufgrund der sehr schwachen Wachstumsdaten aus der Eurozone zunächst noch verhalten notieren. Die Zurückhaltung dürfte im Falle erneut verbesserter Stimmungsindikatoren wie ZEW-, und ifo-Index sowie vorläufiger PMI-Daten im Wochenverlauf aber aufgegeben werden und einem moderaten Kursanstieg weichen. Als Unterstützung könnte sich auch das Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung erweisen, falls die Mehrheit des Gremiums ungeachtet ihrer weniger drastischen Risikoeinschätzung nach wie vor eine akkommodierende Geldpolitik bevorzuge.

Wie vermutet habe der Verzicht auf eine Erwähnung Japans im G20-Statement zu einer Wiederaufnahme von JPY-Short-Positionierungen geführt, die vor allem bei USD/JPY zum Ausdruck gekommen sei. Die Analysten würden für diese Woche eine vorsichtige Annäherung an die 94 sehen, womit bei EUR/JPY, auch im Zuge eines leicht festeren Euros, ebenfalls Aufwärtsspielraum entstünde.

Nach wie vor fehle EUR/CHF jegliches Anzeichen von Eigendynamik. Solange Carry-Trades an den FX-Märkten nicht auf Hochtouren laufen würden, bleibe dem Währungspaar entscheidendes Aufwärtspotenzial verwährt. Kurse um 1,25 seien bis auf Weiteres auszuschließen. (18.02.2013/ac/a/m)