Währungsmarkt: US-Handel macht den Unterschied

München (www.aktiencheck.de) – Wie vermutet hielten sich die Devisenmärkte gestern zunächst deutlich zurück, so die Analysten von UniCredit Research.

Selbst der stark verbesserte deutsche ZEW-Index habe EUR/USD keinerlei Aufwärtsimpulse verschafft, obwohl die Märkte daraus auf einen ebenfalls festeren ifo-Index hätten schließen können. Eine Änderung des Marktverhaltens sei erst unter Beteiligung des US-Handels nach dem verbrachten Feiertag und mit einer positiven Entwicklung der US-Aktienmärkte erfolgt. Selbst der weniger überzeugende NAHB-Wohnungsmarktindex sei schlichtweg ignoriert worden. Sollte heute Früh der französische INSEE-Report ebenfalls besser ausfallen, wäre ein weiter Kursanstieg möglich.

Es würde allerdings die Frage bleiben, ob dieser von den europäischen Marktteilnehmern oder erneut durch den US-Handel initiiert werde; denn es habe den Anschein, dass der europäische Handel mit Blickrichtung italienischer Wahlen derzeit weniger Risikofreude entwickle. Würde dann noch der nicht unwichtige Einflussfaktor „FOMC-Minutes“ bleiben, aus denen zwar ein gewisser Vorbehalt einiger weniger FED-Mitglieder zur Fortsetzung der expansiven Geldpolitik hervorgehen dürfte, die aber nach Erachten der Analysten keinesfalls den Schluss zulassen würden, die FED könnte schon bald ihre sehr akkommodierende Haltung zurückfahren. EUR/USD hätte somit im späteren US-Handel durchaus Potenzial bis 1,3460.

Die Analysten würden den JPY weiterhin auf der schwachen Seite erwarten, aber die Stimmen, es hätte beim G20-Treffen sehr wohl Vorbehalte gegen Japans Geldpolitik gegeben, seien nicht verstummt. Auch gebe es hinsichtlich der ursprünglichen Inaussichtstellung des Kaufs ausländischer Staatsanleihen Irritationen, nachdem Finanzminister Aso anders argumentiert habe als Permier Abe. Für heute erwarte man noch Zurückhaltung bei USD/JPY, wohingegen EUR/JPY im Zuge eines etwas festeren EUR/USD ebenfalls leicht anziehen könnte. (20.02.2013/ac/a/m)