Wall Street Eröffnung: Kaum verändert, Oracle übertrifft Erwartungen, Marshall & Ilsley ziehen deutlich an

New York (aktiencheck.de AG) – Die Wall Street ist am Freitag in der Nähe ihrer Vortagesschlusskurse in den Handel gestartet. An der Börse macht sich immer mehr die ruhige Jahresendstimmung breit. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verliert derzeit 0,22 Prozent auf 11.473,82 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) um 0,07 Prozent auf 2.639,14 Punkte zulegt. Für den S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) geht es indes um 0,13 Prozent nach unten auf 1.241,30 Zähler.

US-Präsident Barack Obama hat selbst gegen den Willen vieler Demokraten sein Steuerpaket auf den Weg gebracht, das für alle Bürger Erleichterungen mit einem Gesamtvolumen von 858 Mrd. Dollar vorsieht. Nach dem Senat hat nun auch das Repräsentantenhaus das mit den Republikanern ausgehandelte Kompromisspaket abschließend gebilligt. Die zum Jahresende auslaufenden Steuererleichterungen für alle Einkommensgruppen bleiben damit bestehen. Ferner wird die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld verlängert und die Beiträge zur Rentenversicherung werden reduziert. Indes ermittelte der Branchenverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) für November 2010 einen Rückgang der Book-to-Bill-Ratio bei den Ausrüstern der Halbleiterindustrie in Nordamerika. Nach vorläufigen Angaben verringerte sich das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) auf 0,96, nach 0,98 im Vormonat. Damit wurde die Parität erneut verfehlt. In Kürze werden noch die US-Frühindikatoren für November erwartet.

Bereits gestern nach Börsenschluss wurden einige besonders wichtige Quartalszahlen bekannt gegeben. Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) konnte im zweiten Fiskalquartal 2010/2011 einen Umsatzanstieg um 47 Prozent erzielen und damit die Erwartungen übertreffen. Die Gewinnerwartungen konnten mit einem deutlichen Ergebnisanstieg ebenfalls klar geschlagen werden. So belief sich der Nettogewinn auf 1,87 Mrd. Dollar bzw. 37 Cents je Aktie, nach 1,46 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte lag das Ergebnis bei 51 Cents je Aktie und übertraf damit die Analystenschätzungen von 46 Cents je Aktie. Das Papier rückt heute um 5,8 Prozent vor. Ferner konnte auch der BlackBerry-Hersteller Research In Motion (ISIN CA7609751028/ WKN 909607) mit seinen Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2010/2011 überzeugen und die Gewinnerwartungen übertreffen. Der Nettogewinn verbesserte sich von 628,37 Mio. Dollar auf nun 911,11 Mio. Dollar bzw. 1,74 Dollar je Aktie. Der Umsatz kletterte um 40 Prozent auf 5,49 Mrd. Dollar. Während des abgelaufenen Quartals lieferte der Konzern rund 14,2 Millionen Geräte (+40 Prozent) aus. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,64 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 5,40 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Titel verbessert sich um 2,9 Prozent.

Heute stehen zudem die Aktien von Procter & Gamble (ISIN US7427181091/ WKN 852062) im Blick. Der Konsumgüterkonzern bestätigte bereits gestern seinen Ausblick für das zweite Quartal und das laufende Geschäftsjahr. Den Angaben zufolge rechnet der Konzern für das zweite Quartal weiterhin mit einem Gewinn im fortgeführten Geschäft von 1,05 bis 1,11 Dollar pro Aktie. Im Geschäftsjahr zum 30. Juni 2011 soll das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft weiterhin bei 3,91 bis 4,01 Dollar je Aktie liegen. Analysten sehen hier ein EPS-Ergebnis von 1,10 Dollar bzw. 3,98 Dollar. Bei Umsatz geht der Konzern für das laufende Geschäftsjahr von einem organischen Wachstum von 4 bis 6 Prozent aus. Der Anteilsschein legt um 0,1 Prozent zu.

Das Abfüllunternehmen Coca-Cola Enterprises (ISIN US19122T1097/ WKN A1C56R) hat seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. So rechnet der Konzern für 2010 weiterhin mit einem EPS von 1,74 bis 1,78 Dollar. Hierin ist ein negativer Währungseffekt enthalten, der das Ergebnis um 10 Cents pro Aktie im Gesamtjahr schmälert. Die durchschnittliche Marktschätzung sieht einen Gewinn von 1,79 Dollar pro Aktie vor. Die Aktie gewinnt 0,8 Prozent an Wert. Indes hat die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone Group (ISIN US09253U1088/ WKN A0MSM5) einem Pressebericht zufolge Verbindlichkeiten in Höhe von 7 Mrd. Dollar refinanziert. Der Titel verbessert sich um 0,3 Prozent.

Schließlich gibt es heute auch noch Nachrichten von der Akquisitionsfront. Die Bank of Montreal (ISIN CA0636711016/ WKN 850386) wird Marshall & Ilsley (ISIN US5718371033/ WKN A0M6SE), die größte Bank in Wisconsin, für insgesamt 4,1 Mrd. US-Dollar in Form eines Aktientauschs übernehmen. Dabei erhalten Marshall & Ilsley-Aktionäre im Rahmen der Transaktion für jeden ihrer Anteilsscheine 0,1257 Aktien der Bank of Montreal. Auf Basis des gestrigen Schlusskurses der Bank of Montreal-Aktie an der TSX wird jeder Anteilsschein von Marshall & Ilsley mit 7,75 US-Dollar bewertet. Im Zusammenhang der Übernahme plant die Bank of Montreal eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 800 Mio. Kanadischen Dollar (CAD). Während Bank of Montreal um 6,6 Prozent einbrechen, schießen Marshall & Isley um fast 20 Prozent nach oben. (17.12.2010/ac/n/m)