WTI: Erster Abbau der spekulativen Netto-Long-Positionen seit acht Wochen

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Zum Auftakt der neuen Handelswoche verliert der Brentölpreis geringfügig auf 118,5 USD je Barrel, nachdem am Freitag ein Neun-Monatshoch von 119,2 USD je Barrel markiert wurde, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Während der Brentpreis in der letzten Woche um mehr als 2 USD gestiegen sei, sei der WTI-Preis um 2 USD gefallen und notiere heute bei 95,6 USD ebenfalls leicht im Minus. Die entgegen gesetzten Tendenzen am Ölmarkt würden für eine steigende Preisdifferenz zwischen Brent und WTI sorgen. Diese habe sich auf aktuell 23 USD je Barrel ausgeweitet und somit auf den höchsten Stand seit Ende November. Die Preisentwicklung bei WTI spiegle sich auch in der Marktpositionierung der spekulativen Finanzanleger wider. Deren Netto-Long-Positionen hätten in der Woche zum 5. Februar zum ersten Mal nach sieben Anstiegen in Folge einen Abbau um 5.200 auf 201.833 Kontrakte verzeichnet und würden damit erste Skepsis der Marktteilnehmer über einen weiteren Preisanstieg bei WTI signalisieren.

Die steigende Ölproduktion im Mittleren Westen der USA und fehlende Pipelinekapazitäten würden auf den Preis für kanadisches Öl drücken. Schweres Rohöl der Marke West Canada Select (WSC) weise derzeit einen Preisabschlag von 25 USD gegenüber WTI auf und sei sogar 48 USD günstiger als Brent. Abhilfe könnte die Keystone-XL-Pipeline schaffen. Der neue US-Außenminister Kerry rechne damit, dass eine Entscheidung über den Bau des Nordabschnitts in Kürze getroffen werde. Im Falle eines zügigen Baubeginns könnte die Pipeline laut dem Betreiber TransCanada (ISIN CA89353D1078/ WKN 675305) 2015 in Betrieb gehen. Dann könnten täglich bis zu 900.000 Barrel Rohöl von den kanadischen Ölsandfeldern bis zur US-Golfküste transportiert werden und an den Weltmarkt gelangen. (11.02.2013/ac/a/m)