ZEW-Umfrage: Optimismus gewinnt an Fahrt

Hannover (www.aktiencheck.de) – Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat heute seinen viel beachteten Finanzmarkttest veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Zum Jahresbeginn würden sich die an der Umfrage teilnehmenden Analysten, Volkswirte und Fondsmanager demnach um einiges optimistischer als im Dezember zeigen. Die derzeitige Lagebeurteilung stabilisiere sich – wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig hätten sich die Konjunkturerwartungen spürbar verbessert. Mit 31,5 Punkten würden die Erwartungen immerhin auf den höchsten Stand seit Mitte 2010 klettern. Damit dürfen die Umfrageergebnisse getrost als positive Überraschung bezeichnet werden, auch wenn die Analysten der Nord LB im Gegensatz zu den meisten anderen von Bloomberg befragten Volkswirte von einem deutlichen Anziehen der Konjunkturerwartungen ausgegangen seien.

Mit einem Wert von 7,1 Saldenpunkten verbleibe die Einschätzung der Ist-Situation in der Nähe des zyklischen Tiefstandes. Dies sei vor dem Hintergrund der nicht ganz einfachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der Eurozone aber dennoch eine gute Nachricht. So werde die deutsche Volkswirtschaft für das vierte Quartal 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung ausweisen. Nach der Vermeldung des Wirtschaftswachstums für das Gesamtjahr in Höhe von 0,7% könne hieran leider kein Weg mehr vorbeiführen. Angesichts dieser Tatsache verwundere es nun nicht, dass immerhin zwei Drittel der Umfrageteilnehmer die derzeitige konjunkturelle Lage als „normal“ und etwa 13% als „schlecht“ einstufen würden.

Optimismus gewinne allerdings mit Blick auf die Konjunkturerwartungen allmählich wieder die Oberhand. Nur noch etwa 11% der an der Umfrage teilnehmenden Finanzmarktexperten würden eine Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage erwarten. Gleichzeitig würden etwa 43% eine Verbesserung in den nächsten sechs Monaten sehen. Auch die Analysten der Nord LB wollten sich hier einordnen. Nach einem nicht ganz einfachen Winterhalbjahr rechne man im Frühjahr mit einem Anziehen der Wachstumsdynamik. Die gesunde Mischung aus robuster Binnennachfrage und hoher internationaler Wettbewerbsfähigkeit, die von der ordentlichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung etwa in den USA oder in China profitieren könne, sollte in einem Aufschwung münden.

Auch die Aussichten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung innerhalb des Währungsraumes hätten sich spürbar aufgehellt. Der Zuwachs falle ähnlich stark aus wie für die deutsche Volkswirtschaft. Dies sei angesichts der vergleichsweise schwachen aktuellen Entwicklung aber noch keine echte Entwarnung.

Die Kapitalmärkte würden erleichtert auf die Daten aus Mannheim reagieren. Der deutsche Aktienindex DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) und die europäische Einheitswährung könnten ihre durch Gerüchte getriebenen Verluste aus dem Vormittag aufholen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stabilisiere sich oberhalb von 1,60%.

Die Umfrageergebnisse des ZEW-Finanzmarkttests würden unterstreichen, dass die deutsche Volkswirtschaft schon im Frühjahr mit einer deutlichen konjunkturellen Verbesserung rechnen dürfe. Die Konjunkturerwartungen würden zum Jahresauftakt auf den höchsten Stand seit Mitte 2010 klettern. Die gesunde Mischung aus robuster Binnennachfrage und hoher internationaler Wettbewerbsfähigkeit stimme die Umfrageteilnehmer optimistisch, dass Deutschland zügig auf den Wachstumspfad zurückfinde. (22.01.2013/ac/a/m)