Zucker: Erstmals seit mehr als fünf Jahren setzen Finanzanleger mehrheitlich auf fallende Preise

Frankfurt (www.aktiencheck.de) – Erstmals seit mehr als fünf Jahren setzt eine Mehrheit der spekulativen Anleger auf sinkende Zuckerpreise, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

In der Woche zum 22. Januar hätten Netto-Short-Positionen von gut 4 Tsd. Kontrakten bestanden. In der Woche zuvor habe es noch einen Überhang an Long-Positionen von über 22 Tsd. Kontrakten gegeben. In der Berichtswoche hätten die Notierungen nochmals nachgegeben, hätten sich seither aber leicht erholen können.

Zwar laste die Erwartung einer ab April anlaufenden rekordhohen Zuckerrohrernte in Brasilien auf den Preisen. Allerdings konkretisiere sich zunehmend die Erwartung, dass aus Gründen der Rentabilität ein steigender Anteil zu Ethanol verarbeitet werde. Der Vorsitzende eines führenden brasilianischen Zuckerhandelshauses schätze, dass eine um 9% höhere Zuckerrohrernte in der Hauptanbauregion Center-South zu einem Anstieg der Ethanolproduktion um 24%, aber nur einem Anstieg der Zuckerproduktion um gut 4% auf 35,5 Mio. Tonnen führen dürfte. Mit 54% läge der Anteil der Ethanolproduktion an der Gesamtverwertung von Zuckerrohr auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Der Getreidemarkt befinde sich derzeit zwischen Zuversicht und Skepsis. Während Optimisten aufgrund einer deutlichen Ausweitung der Produktion bereits einen Anstieg der weltweiten Maisvorräte auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 prognostizieren würden, warne der Chef eines vielbeachteten US-Wetterdienstes, dass trotz Wetterverbesserung gegenüber 2012 die Feuchtigkeitsversorgung in vielen wichtigen Anbaugebieten angespannt bleiben dürfte. (28.01.2013/ac/a/m)